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Archäologen in Husby : Metalldetektoren spüren Wikinger-Relikte auf

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Es piepst auf einem Feld in der Nähe von Husby: 30 Archäologen und Laien suchen im Kreis Schleswig-Flensburg nach Relikten der Wikinger. Deutsche und Dänen gehen gemeinsam auf die Suche - dafür war eine Sondergenehmigung nötig.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2013 | 16:09 Uhr

Husby | Mit Metalldetektoren haben Archäologen und freiwillige Helfer am Sonnabend auf einem Feld nahe Husby bei Flensburg nach historischen Relikten gesucht - und sind fündig geworden. „Es hat sich gelohnt - wir haben wieder wikingerzeitliche Funde gemacht“, sagte Thorsten Lemm vom Archäologischen Landesmuseum in Schleswig, der die Aktion leitete. Unter anderem seien ein Schmuckanhänger aus Bronze sowie eine verzierte Gewandnadel entdeckt worden.

In Husby, das im Mittelalter eine königliche Siedlung gewesen sein könnte, wurden bereits einige Funde wie etwa Fibeln gemacht, die auf Schloss Gottorf zu sehen waren. Die Methode der Suche mit Detektoren wurde aus Dänemark übernommen, da dort gute Ergebnisse erzielt wurden. An der Suche am Samstag beteiligten sich rund 30 Menschen, darunter auch Freiwillige aus Dänemark.

Die ehrenamtlichen Teilnehmer wurden zuvor in einem Kurs geschult, sagte Lemm. „Dann erhalten sie eine Genehmigung, dass sie auf ausgewählten Flächen suchen dürfen.“ Mit diesem strukturierten Ausbildungsprogramm gebe es ein sehr gutes Instrument, um Detektorgänger im Norden in die Arbeit der Archäologen zu integrieren, betont Claus von Carnap-Bornheim, Leiter des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein. Schleswig-Holstein sei das erste Bundesland, das Detektorgänger derart zertifiziert.

In Husby gingen Deutsche und Dänen gemeinsam auf die Suche, wofür eine Sondergenehmigung des Archäologischen Landesamtes nötig war.Dabei ist die internationale Zusammenarbeit nur passend. Auch die Methode der Suche mit Detektoren wurde aus Dänemark übernommen, da dort gute Ergebnisse erzielt wurden. Der Ortsname Husby und seine zahlreichen Varianten sind quer über Skandinavien verteilt. Von den mehr als 130 Ortschaften etwa in Dänemark, Norwegen und Schweden ist das schleswig-holsteinische Husby die südlichste. Die Forschung geht davon aus, dass diese Siedlungen von einem König in Besitz genommene Orte waren, von denen aus kleinere Einheiten verwaltet wurden.

In Husby wurde bereits 2009 mit Untersuchungen begonnen. „Wir haben Funde, die bis in die zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts zurückgehen“, berichtet Lemm. Einige davon waren bereits auf Schloss Gottorf zu sehen. Mit Funden aus dieser Zeit sehe es sonst in Schleswig-Holstein „sehr mau aus“. Entdeckt wurden etwa Fibeln und zerhackte Silbermünzen. Mit den Detektoren können Metallgegenstände in einer Tiefe von bis zu 25 Zentimetern aufgespürt werden.

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