Schleswig-Holstein auf der "Equitana" : Mehr Reitwege und der Kampf ums Brandzeichen

Der Bund möchte Brandzeichen für Pferde verbieten. Schleswig-Holstein will Pferde weiterhin brennen. Das Netz der Reitwege soll erweitert werden.

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11. März 2011, 11:15 Uhr

Schleswig-Holstein will sein Netz an Reitwegen weiter ausbauen. Es sei geplant, in staatlichen Forsten mehr Wege zum Reiten freizugeben, sagte Umweltministerin Juliane Rumpf (CDU) am Donnerstag in Kiel. Das bereits bestehende Reit- und Fahrroutennetz umfasst laut Umweltministerium mehr als 2500 Kilometer, weitere 1000 Kilometer sind "in konkreter Planung".
Auf der am Sonnabend in Essen beginnenden weltgrößten Pferdemesse "Equitana" (bis 20. März) wird sich das Pferdeland Schleswig-Holstein erstmals mit eigenem Stand und Programm präsentieren. Dabei soll auch ein Fohlen einen Chip erhalten und ein klassisches Brandzeichen. Schleswig-Holstein setzt sich wie große Zuchtverbände für den Erhalt des Brandzeichens ein. Auf Bundesebene gibt es Bestrebungen, dies aus Tierschutzgründen zu verbieten.
Öffnungsklausel im Tierschutzgesetz soll Brandzeichen erhalten
"Das Problem dabei ist, dass der Chip in der EU vorgeschrieben ist. Aber mit dem Trakehner- und dem Holsteiner-Zuchtverband haben wir in Schleswig-Holstein zwei Verbände, die weltweit tätig sind", sagt Christian Seyfert, Sprecher des Umweltministeriums in Kiel. Und außerhalb der EU führe nicht jeder einen Transponder mit sich, um den Chip auszulesen. "Der kann dann nicht nachvollziehen, woher das Tier stammt", sagt Seyfert.
Das Tierschutzgesetz verbietet es zwar, einem Tier Leid zuzufügen. Aber: "Dem Pferd einen Chip einzupflanzen, schadet ihm mehr als ein Brandzeichen." Denn dabei muss das Tier fixiert werden - was vollkommen seinem natürlichen Fluchtinstinkt widerspreche. "Das Brennen ist nach ein paar Sekunden vorbei." Weil die EU die Chip-Kennzeichnung vorschreibt, will Schleswig-Holstein über eine Öffnungsklausel im Tierschutzgesetz zusätzlich das Brandzeichen erhalten.
(hamo, lno, shz)

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