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Krankenhäuser in SH : Mehr Geld für die Kliniken im Land

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Eine neue Studie bestätigt: Schleswig-Holsteins Krankenhäuser werden finanziell benachteiligt – und das zu Unrecht.

shz.de von
erstellt am 12.12.2013 | 06:30 Uhr

Kiel/Berlin | Die finanzielle Benachteiligung der Krankenhäuser in Schleswig-Holstein gegenüber den Kliniken in anderen Bundesländern ist größtenteils nicht gerechtfertigt. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums hervor. Demnach gibt es kaum Argumente dafür, dass die Vergütungen von Klinikleistungen von Land zu Land unterschiedlich und im Norden besonders niedrig sind. Vielmehr sei das Auseinanderklaffen der ausschlaggebenden „Landesbasisfallwerte“ zu mindestens zwei Dritteln auf „ökonomisch nicht begründbare Unterschiede zurückzuführen“, heißt es in der Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Für Schleswig-Holstein ist das eine gute Nachricht – denn die neue Erkenntnis dürfte dazu führen, dass die Kliniken im Land bald jedes Jahr 22 Millionen Euro mehr von den Kassen erhalten als bisher. Grund ist ein Passus im Koalitionsvertrag von Union und SPD, den die Kieler Gesundheitsministerin Kristin Alheit  mit durchgesetzt hat: Demnach sollen die Landesbasisfallwerte so weit angeglichen werden, dass unbegründbare Unterschiede zwischen den Ländern nicht mehr berücksichtigt werden, sondern nur noch solche, die auf „Besonderheiten in der Versorgungs- und Kostenstruktur oder unterschiedlicher Umsetzung gesetzlicher Pflichten“ beruhen. Für Studienautor Boris Augurzky ist damit klar: „Wenn Union und SPD die Ankündigung ernst meinen, könnten die beobachteten Unterschiede bei den Basisfallwerten um bis zu zwei Drittel schrumpfen.“

Der Chef der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein, Bernd Krämer, forderte daher Taten von der Regierung. „Wir weisen seit Jahren auf die Ungerechtigkeiten in der Klinikfinanzierung hin“, sagte er. Nun müsse die große Koalition die Vergütungen „schnell und konkret“ angleichen. Krämers Ziel ist der Bundesschnitt.

Bisher hat Rheinland-Pfalz mit 3251 den höchsten und Schleswig-Holstein mit 3012 den niedrigsten Basisfallwert. Während eine Klinik in Mainz daher für eine Blinddarmoperation 2340 Euro erhält, sind es in Kiel nur 2160 Euro. Insgesamt entgehen Schleswig-Holsteins Krankenhäusern jährlich 33 Millionen Euro, weil sie nicht so gut bezahlt werden wie der Durchschnitt aller Kliniken.

Doch wenn die große Koalition sich an der neuen Studie orientiert, könnte sich dieser Fehlbetrag um zwei Drittel verringern. „Schleswig-Holsteins Kliniken würden dann rund 22 Millionen Euro höhere Erlöse erhalten“, rechnet Studienautor Augurzky vor. Zehn Millionen davon hätten die Kliniken allerdings in jedem Fall erhalten – denn schon die schwarz-gelbe Regierung hatte eine moderate Annäherung der Klinikvergütungen in einem Korridor von höchstens 2,5 Prozent über und 1,25 Prozent unter dem Bundesschnitt eingeleitet.

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