Neumünster : Mann besaß tausende Kinderpornos

Ein 47-jähriger Mann hatte massenhaft Kinderpornos auf seinem Computer. Am Mittwoch wurde er verurteilt: zehn Monate auf Bewährung und eine Geldstrafe.

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06. Juli 2012, 09:34 Uhr

Neumünster | Er hatte hunderttausende kinder- und jugendpornografische Bilder und tausende Videos auf seinem Computer. Am Mittwoch wurde der 47-jährige Mann aus dem Raum Neumünster verurteilt. Zehn Monate auf Bewährung und eine Geldstrafe von 2000 Euro lautete das Urteil.
Auf PC und Festplatten des Mannes waren laut Anklage fast 500.000 Bilder und über 5000 Videos mit kinder- und jugendpornografischen Darstellungen sichergestellt worden. Die Zahlen rechnete der Angeklagte am Mittwoch vor dem Amtsgericht Neumünster aber herunter. Es gebe jede Datei und jedes Foto mehrfach, sagte er, weil er identische Bilder und Videos hin und her kopiert habe. Die Richterin sprach dennoch von einer "exorbitanten Datenmenge", die den Fall ungewöhnlich mache.
Woher er die Bilder und Videos hatte, sagte der Angeklagte nicht
Auf die Spur des 47-Jährigen hatten Hinweise der baden-württembergischen Polizei geführt. Daraufhin war die Wohnung des Mannes im Januar 2009 durchsucht worden. In dem knapp zweistündigen Verfahren gestand der unverheiratete und kinderlose Mann den Besitz der Bilder und Videos - sie zeigten ausschließlich Mädchen. Warum und woher er die Bilder und Videos hatte, sagte der gelernte Einzelhandelskaufmann nicht.
Der Mann entschuldigte sich während des Verfahrens. Ihm sei das Unrecht bewusst, sagte er in seinem Schlusswort: "Mir tut die Sache unsäglich leid."
Das Gericht hielt dem 47-Jährigen zu Gute, dass er nicht vorbestraft ist. Auch sein Geständnis und die lange Verfahrensdauer von dreieinhalb Jahren wirkten sich zu seinen Gunsten aus. Richterin und Staatsanwältin machten aber deutlich, dass Kinder zu derartigen Darstellungen immer gezwungen und schwer traumatisiert würden. Die Staatsanwältin hatte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und eine Geldauflage von 2500 Euro gefordert. Der Verteidiger hatte kein Strafmaß genannt.

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