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Ernteausfälle : Mais verdorrt auf den Feldern

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Eine gute Maisernte werden nur die Bauern im Norden einfahren, die ihre Felder teuer bewässert haben. Die Sommerhitze hat den Pflanzen arg zugesetzt. Die Hälfte der Ernte ist verdorrt.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2010 | 07:46 Uhr

Kiel | Die Sommerhitze im Juni und Juli hat dem Mais auf den Feldern zugesetzt. Eigentlich müssten die Pflanzen jetzt drei bis vier Meter hoch sein, doch auf vielen Flächen reichen sie den Landwirten nur bis zur Hüfte, oft sind auch die Blätter verdorrt. Vor allem auf den leichteren Böden im Süden des Landes ist der Anteil der schlechten Bestände hoch. Viele Bauern würden im September voraussichtlich weniger als die Hälfte der normalen Ernte einfahren, sagt Reinhard Jahnke, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes im Herzogtum Lauenburg. "Auf einzelnen Feldern könnten es sogar bis zu 70 Prozent sein."

In Schleswig-Holstein werden auf 170.000 Hektar Mais angebaut, 80.000 davon sind Energiemais. Kritisch ist der Ernteausfall damit für die Betreiber von Biogasanlagen. Rund 300 dieser Kraftwerke mit 150 Megawatt Leistung gibt es. "Wer keine Reserven aus dem letzten Jahr hat, wird Probleme bekommen", prophezeit Jahnke. Zumal es bei den Biomasse-Alternativen Kartoffeln und Gras mit der Ernte ebenfalls eher schlecht aussehe. Aber auch Landwirte, die Silomais für ihr Vieh brauchen, werden teilweise zu wenig Futter für den Winter haben, zumal das Gras auf den Wiesen vertrocknet ist und schon jetzt zugefüttert werden muss.

Eine gute Maisernte werden nur die Landwirte einfahren, die ihre Felder kostspielig bewässert haben. Ob der Regen der vergangenen Tage die übrigen Bestände retten kann, ist offen. Werner Holz von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein: "Etwa 50 Prozent der Energie kommt aus dem Maiskolben und der wird jetzt erst gebildet." Doch viele Landwirte beginnen schon damit, den Mais zu häckseln, um anschließend noch eine zweite Frucht anzubauen.

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