Von Dresden bis Brunsbüttel : Mahnfeuer gegen Ausbau der Elbe für Schifffahrt

Mit Mahnfeuern von Dresden bis Brunsbüttel will der Bund für Umwelt- und Naturschutz gegen den Ausbau der Elbe für die Schifffahrt protestieren.

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19. September 2009, 09:33 Uhr

Magdeburg | Der Verband befürchtet, dass der Fluss in den nächsten Jahren kanalisiert und vertieft werden könnte, wie Bund-Flussexperte Ernst Paul Dörfler gestern sagte. Er verwies auf das kürzlich bekanntgewordene sogenannte Guttenberg-Papier für eine nachhaltige Industriepolitik. In dem Konzept aus dem Hause von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) werden eine "Stabilisierung der Wasserstände der Elbe" sowie 2,80 Meter Tiefe für alle Bundeswasserstraßen vorgeschlagen. "Für die Flusspolitik bedeutet dies einen Rückfall in das alte, betonorientierte Denken", sagte Dörfler. "Die Wasserstände eines Flusses wie der Elbe, dessen Pegel ganz natürlich zwischen Hoch- und Niedrigwasser schwanken, stabilisieren zu wollen, ist nicht machbar, ohne den Fluss in Mauern und Staustufen einzuzwängen." Als Folge seien eine Zerstörung der natürlichen Flusslandschaft inklusive des Unesco-Welterbes im Dessau-Wörlitzer Gartenreich, ein erhöhtes Hochwasserrisiko und ein Rückgang des Tourismus an der Elbe zu befürchten. Ob das Konzept umgesetzt wird, ist allerdings unklar.

Mahnfeuer sind in mehr als 20 Orten entlang des Flusses geplant, unter anderem in Dresden, Riesa, Dessau-Roßlau, Magdeburg, Wittenberge, Hitzacker und Cuxhaven. Umweltschützer machen seit Jahren gegen Elbe-Bauprojekte wie auch gegen den geplanten Kanal am Zusammenfluss von Elbe und Saale mobil.

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