Lübecker Schüler drohte mit Amoklauf

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14. November 2009, 03:59 Uhr

Lübeck | "Verdacht der Störung des öffentlichen Friedens" hieß lapidar ein Polizeieinsatz an der Geschwister-Prenski-Schule. Eine beschmierte Wand in einem Trakt der Gesamtschule in der Travemünder Allee sorgte nämlich für ein Großaufgebot der Polizei, denn Schüler hatten einen Schriftzug an einer Flurwand neben einem Klassenzimmer gefunden, mit dem ein Amoklauf für den 16. November angekündigt wurde.

Sofort seien durch die Schulleitung in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften und der Polizei Maßnahmen besprochen und getroffen worden, die größtenteils eine Gefährdung aller anwesenden Beteiligten nahezu ausschließen sollten, so die Polizei. Seitens der Schulleitung wurde zudem den Eltern anheim gestellt, ihre Kinder bis einschließlich 16. November nicht zum Schulunterricht zu schicken.

Umfangreiche Ermittlungen, insbesondere durch engagiertes Lehrpersonal in Zusammenarbeit mit der Polizei führten schließlich auf die Spur eines Schülers aus der 8. Klasse der Gesamtschule. Der 14-jährige Lübecker wurde inzwischen festgenommen und von Polizeibeamten zur Sache vernommen. Er zeigte sich geständig, machte jedoch zum Motiv keine Angaben. Der Jugendliche ließ sich zumindest soweit ein, dass er es "einfach nur so" getan habe, ohne sich über die Konsequenzen seines Handelns im Klaren gewesen zu sein. Gegen den 14-Jährigen wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten eingeleitet. In diesem Zusammenhang weist die Polizei nochmals ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um eine Straftat handelt, die mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden kann. Zudem entstehen bei solchen Großeinsätzen erhebliche Kosten, die nicht selten im fünfstelligen Bereich liegen.

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