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Online-Portal : Lübecker Kinox.to-Betreiber bewaffnet?

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Die beiden Brüder sind weiter auf der Flucht. Die Betreiber des illegalen Online-Portals gelten als gewaltbereit.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 13:56 Uhr

Dresden/Lübeck | Die beiden Betreiber des illegalen Online-Portals kinox.to sind weiter auf der Flucht. „Wo sich die Brüder momentan aufhalten, wissen wir nicht. Nach ihnen wird gefahndet“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, Wolfgang Klein, am Montag. Bekannt sei lediglich, dass die beiden 25 und 21 Jahre alten Männer Deutschland bereits im Juli oder August verlassen hätten.

Zu Fahndungsdetails wollte sich die Behörde nicht äußern, da die aus dem Raum Lübeck stammenden Brüder als gewaltbereit gelten und möglicherweise bewaffnet seien.

Mit einer Razzia in drei Bundesländern sowie in Berlin hatte eine Spezialeinheit am vergangenen Mittwoch die Betreiber von kinox.to aufzuspüren versucht - es gab zwei Festnahmen.

Die Seite kinox.to verlinke auf raubkopierte Medieninhalte wie aktuelle Kinofilme und sei dem geschlossenen Portal kino.to nachempfunden, schrieb der „Spiegel“. Sie rangiere unter den Top 50 der von Deutschland aus besuchten Web-Angebote.

Ist das Streaming auf Webseiten wie Kinox.to strafbar?

Upload und Angebot von urheberrechtlich geschützten Inhalten sind strafbar, der reine Konsum ist es in der Regel nicht. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat im Juni erklärt, dass Streaming inhaltlich legaler Inhalte keine Urheberrechtsverletzung darstellt. Diverse deutsche Gerichte haben sich nach der später als illegal gewerteten Redtube-Abmahnwelle ebenfalls mit der Frage beschäftigt. Überwiegend kamen sie zu dem Schluss, Streaming als nicht rechtswidrig anzusehen.

Mitschnitte von Sportereignissen, Musik und Filme können demnach ohne rechtliche Konsequenzen im Stream angesehen werden. Ob die beim Streaming vorkommende Zwischenspeicherung im Browser-Cache bzw. im Arbeitsspeicher allerdings eine Straftat darstellt, darüber gibt es noch unterschiedliche Rechtsauffassungen. Es sind weiterführende Urteile zu erwarten.

Skeptisch werden sollten Nutzer, wenn sie eine Zusatzsoftware installieren müssen. Bei der Nutzung von Filesharings-Methoden wie Torrents sieht die Rechtslage anders aus, da im „Peer-to-Peer-Streaming“ gleichzeitig mit dem Download auch ein Upload erfolgt. Hierdurch wird der Konsument automatisch zum Anbieter und muss daher mit kostenpflichtigen Abmahnungen oder gar strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

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