Auszeichung : Lübeck ist "Stadt der Wissenschaft 2012"

Der Stifterverband kürte Lübeck als 'Stadt der Wissenschaft 2012'. Foto: grafikfoto
Der Stifterverband kürte Lübeck als "Stadt der Wissenschaft 2012". Foto: grafikfoto

Besondere Auszeichnung: Der Stifterverband kürte Lübeck als "Stadt der Wissenschaft 2012". Die Hansestadt erhielt damit den Vorzug vor Halle an der Saale und Regensburg.

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30. März 2011, 09:14 Uhr

Letzte Chance genutzt: Lübeck ist vom Stifterverband der Deutschen Wissenschaft zur "Stadt der Wissenschaft 2012" gekürt worden. Die Jury gab der Hansestadt am Dienstag in Mainz den Vorzug vor Halle an der Saale und Regensburg. Der mit 250.000 Euro dotierte Preis wurde zum siebten und vorerst letzten Mal verliehen. Lübeck hatte schon 2008 im Finale gestanden, damals aber gegen Oldenburg verloren. In diesem Jahr trägt Mainz den Titel.
Die Jury, die nicht einstimmig "aber einmütig" geurteilt hatte, lobte: "Lübeck hat den Schwung genutzt und sich mit einem frischen Konzept präsentiert, das viele neue Akzente setzt und zugleich die besten Ideen der ersten Bewerbung produktiv weiterentwickelt."Zum zweiten Anlauf hatten die Norddeutschen große Unterstützung mit nach Mainz gebracht: Der Shanty-Chor "Möwenschiet" sang nach der Preisverleihung "Bye, bye, ahoi - jetzt ist Schluss". Dabei soll es für die Hansestadt erst richtig losgehen. Bis 2030 will Lübeck Teil einer Bildungs- und Forschungsregion in Norddeutschland mit den Schwerpunkten Medizin, Medizintechnik und Lebenswissenschaften sein.
Jost de Jager war eigens nach Mainz gereist
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) gratulierte Lübeck zu dem Sieg, der zeige, dass sich hansestädtische Beharrlichkeit auszahle. "Ganz oben in Deutschland spielt auch die Wissenschaft ganz vorne mit", sagte der Regierungschef.
Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU), der zum Finale mit nach Mainz gereist war, sprach von einem starken Signal für Lübeck und Schleswig-Holstein. Er lobte die Kombination aus Hochschularbeit und bürgerschaftlichem Engagement in dem Bewerbungskonzept.
"Die schwarz-gelbe Koalition, die sich jetzt in überschwänglichen Glückwunschtelegrammen ergeht, sollte heute ganz schön rote Ohren haben. Wenn es nach ihrer Landesregierung gegangen wäre, wäre der Wissenschaftsstandort Lübeck heute in seiner Existenz gefährdet", konterte die Fraktionsvorsitzende des Südschleswigschen Wählerverbandes im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Anke Spoorendonk in Anspielung auf die Pläne der Landesregierung, die Medizinerausbildung in Lübeck zur Konsolidierung des Landeshaushaltes zu streichen.
"Das wird ein tolles Jahr 2012"
Doch das war am Dienstag alles vergessen, bei der Lübecker Delegation herrschte große Freude. "Ich glaube, das wird ein tolles Jahr 2012", sagte Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). "Ich bin zuversichtlich, dass Lübeck seinen Ruf als Wissenschafts- und Forschungsstandort dadurch national und international verbessern wird." Uni-Präsident Peter Dominiak sagte: "Ich hoffe, dass der Titel dazu führen wird, dass Lübeck künftig nicht nur als Hanse- und Kulturstadt, sondern verstärkt als Wissenschaftsstandort wahrgenommen wird." Auf die gleichberechtigte Stellung von Natur- und Geisteswissenschaften verwies der Direktor der Kulturstiftung der Hansestadt Lübeck, Hans Wißkirchen. "Ohne Kulturwissenschaft und Ethik ist die biomedizinische Forschung heute gar nicht mehr möglich.
Deshalb haben wir an der Universität ein Zentrum für Kultur- und Geisteswissenschaften gegründet", sagte er.
Unter dem Motto "Hanse trifft Humboldt" will die Stadt aber auch ihre Bürger einbinden. Geplant sind unter anderem Kindervorlesungen, eine "Woche des Gehirns" und ein Wettbewerb, bei dem Jugendliche wissenschaftliche Zusammenhänge in kurzer Zeit erklären müssen. Am Mittwoch wird es im Lübecker Rathaus eine kleine Siegesfeier mit einem ersten Ausblick auf das Wissenschaftsjahr 2012 geben.
(dpa, shz)

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