Nord-Ostsee-Bahn : Lokführer nehmen Streiks wieder auf

Zugausfälle und Verspätungen: Die Lokführer bei der Nord-Ostsee-Bahn streiken schon wieder. Foto: dpa
Zugausfälle und Verspätungen: Die Lokführer bei der Nord-Ostsee-Bahn streiken schon wieder. Foto: dpa

Der festgefahrene Tarifkonflikt bei der NOB geht in eine neue Runde: Erst am Mittwoch hatten die Lokführer des Unternehmens ihren jüngsten Ausstand beendet - ab Freitag streiken sie wieder.

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24. September 2011, 10:21 Uhr

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) nimmt ihre Streiks bei der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) wieder auf. Am Freitag seien die Lokführer ab 2.30 Uhr zum Arbeitskampf aufgerufen, teilte der Vorsitzende des GDL-Bezirks Nord, Lutz Schreiber, in der Nacht kurzfristig mit. Die NOB verweigere nach wie vor Verhandlungen zu bestimmten Rahmenregeln, wie sie bei der Deutschen Bahn gelten. Auch eine Schlichtungsvereinbarung wolle das Unternehmen nicht unterzeichnen.
"Wir haben mehrere Angebote gemacht, aber darauf wird nicht eingegangen", sagte Schreiber. Die Kunden reagieren mittlerweile größtenteils genervt und mit Unverständnis auf die Streiks. Doch Schreiber sieht die Schuld beim Unternehmen. "Wir sind es nicht, die die Leute auf Sylt im Regen stehen lassen", sagt Schreiber.
NOB: "Wir fühlen uns machtlos"
Die NOB wies die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen habe alle zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft, um mit der GDL ins Gespräch zu kommen, sagte NOB-Geschäftsführerin Martina Sandow in der Nacht zum Freitag laut Mitteilung. "Wir fühlen uns machtlos." Für Fahrgäste gelte während des Streiks ein Basisfahrplan mit ergänzenden Bussen.
Erst am Mittwoch hatte die GDL einen Ausstand beendet, der etwas mehr als eine Woche gedauert und zu massiven Zugausfällen und Verspätungen auf den Linien der privaten Eisenbahngesellschaft geführt hatte. In dem festgefahrenen Tarifkonflikt haben Lokführer der NOB zuvor bereits mehrmals die Arbeit niedergelegt. Gespräche zwischen der Bahn und der Gewerkschaft waren im August gescheitert. Wann der Streik beendet werden soll, hat die GDL zunächst nicht mitgeteilt.

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