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Nachbarschaftshilfe 2.0 : Lokalportal.de: Das Netzwerk für Nachbarn

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Alle regional relevanten Infos an einem Ort im Internet sammeln – das ist das Ziel von Sebastian Penthin und Justin Hallauer. Mit ihrem sozialen Online-Netzwerk „Lokalportal“ soll dies gelingen.

Zwei Kieler Studenten schicken sich an, die Nachbarschaftshilfe in Schleswig-Holstein neu zu erfinden: Sebastian Penthin und Justin Hallauer (beide 27) haben das Start-up „Lokalportal“ gegründet – ein soziales Online-Netzwerk für Orte und Regionen. Am Samstag schalten sie es nach zweijähriger Vorbereitungszeit für alle Schleswig-Holsteiner frei.

„Im Idealfall schaffen wir es, alle regional relevanten Infos an einem Ort im Internet zu sammeln“, erklärt Wirtschaftsinformatik-Student Hallauer das Ziel der Plattform. Ein Klick auf lokalportal.de weckt optisch zunächst Erinnerungen an andere soziale Netzwerke wie Facebook. Am oberen Rand befindet sich eine schmale Leiste mit der Login-Maske. Die kostenlose Anmeldung beginnt mit der Frage nach der Postleitzahl oder dem Ort – dem Kern des Portals.

Man kann sich als privater Nutzer, Seitenbetreiber (zum Beispiel als Sportverein), Gewerbetreibender oder als öffentliche Stelle anmelden. Aber anders als bei Netzwerken wie Facebook oder Twitter können Nutzer von „Lokaltportal“ nur Inhalte aus ihrer Region sehen. Diese lassen sich auf einen Umkreis eingrenzen. „Wir arbeiten aktuell auch an einer Erkennung von Orts- und Stadtteilgrenzen“, sagt BWL-Student Penthin.

Ähnlich wie bei Facebook steht im Zentrum eine Nachrichtenspalte, in der alle Beiträge erscheinen und veröffentlicht werden können. Ein Nutzer sucht darüber zum Beispiel eine Kühltruhe für eine Flüchtlingsfamilie, ein anderer hat einen Rollator zu verschenken. Daneben gibt es einen Bereich für öffentliche Bekanntmachungen der Kommunen, sofern diese beim Portal mitmachen. Dort lassen sich aktuelle Infos über zum Beispiel Straßensperrungen veröffentlichen.

„Wir wollen mit Lokalportal ein Werkzeug für Nachbarschaftshilfe bereitstellen“, so Hallauer. Er sei sehr zufrieden, wie friedlich die Nutzer in der Testphase miteinander umgehen. „Lokalportal“ verlangt keine Klarnamen zur Anmeldung, aber in ländlichen Regionen kennt man sich: „Wer Mist baut, wird schnell identifiziert.“ Sebastian Penthin betont, dass sich ihr Start-up nicht als Konkurrenz zu Facebook sieht. „Wir haben einen ganz anderen Ansatz. “ Das gilt auch für den Umgang mit persönlichen Daten. Die beiden Gründer haben für IT-Sicherheit und Datenschutz eine spezialisierte Agentur aus Kiel beauftragt. „Wir stehen mit dem Landeszentrum für Datenschutz in Kontakt und wollen uns zertifizieren lassen“, sagt Hallauer. Für die Nutzung sei nur ein Minimum an Daten erforderlich.

Seit Dezember 2013 läuft Lokalportal als Test im Amt Haddeby (Kreis Schleswig-Flensburg) und der Gemeinde Schönberg (Kreis Plön). Möglich machte das auch eine finanzielle Förderung aus dem Start-up-Fonds des Landes. Der Erfolg steht und fällt nun mit der Zahl der Mitglieder, die sich anmelden. Penthin: „Wir sind gespannt, wie die Schleswig-Holsteiner das Portal mit Leben füllen.“

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erstellt am 28.Mär.2015 | 07:00 Uhr

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