Neumünster : Lob für modernen Jugendarrest

Anerkennung  für die Arbeit in Moltsfelde: Minister Emil Schmalfuß spricht mit Christa Laßmann, der Verwaltungschefin der Arrestanstalt.    Foto: Carstens
Anerkennung für die Arbeit in Moltsfelde: Minister Emil Schmalfuß spricht mit Christa Laßmann, der Verwaltungschefin der Arrestanstalt. Foto: Carstens

Rund 1000 jugendliche Täter betreten im Jahr die Jugendarrestanstalt Moltsfelde in Neumünster. Am Montag kam auch Justizminister Emil Schmalfuß zu Besuch.

shz.de von
31. Mai 2011, 08:24 Uhr

Neumünster | Die Besucher aus Kiel sparten nicht mit Lob. Justizminister Emil Schmalfuß sprach sogar von einer "Vorbildfunktion für alle Bundesländer" - er kündigte gestern für den Herbst einen Entwurf für ein zeit gemäßes Gesetz über Jugendarrest an.
Jugendarrest greift als Strafe bei typischen Delikten wie Körperverletzung, Diebstahl oder Handy-Raub für maximal vier Wochen. Richter aus ganz Schleswig-Holstein schicken ihre Delinquenten oft nur für ein Wochenende nach Neumünster. Unter Anleitung sollen die Jugendlichen die Schwierigkeiten überwinden, die zur Tat geführt haben.
Rund 1000 jugendliche Täter pro Jahr zu Gast in der JAA Moltsfelde
Moltsfelde bietet Platz für 57 Insassen, im Schnitt ist die Hälfte der Arrestplätze belegt. "Am Montag ist immer Bettenwechsel", wie die Verwaltungschefin Christa Laßmann erklärt. Übers Jahr gerechnet klingeln rund 1000 jugendliche Täter am Eingangstor zur JAA. Zuallermeist sind es junge Männer, doch nach den Worten der Jugendrichterin Anne Friese steigt der weibliche Anteil von derzeit zehn Prozent.
Wer nach Moltsfelde geschickt wird, muss sein Handy abgeben. In den Zellen gibt es neben dem Wecker nur ein Radio, Fernseher sind tabu. Die Jugendlichen sollen sich intensiv mit den Folgen der Straftat für ihre Opfer und für sich selbst beschäftigen. Ein strenger Stundenplan von 6.45 Uhr morgens bis 21 Uhr abends, aber auch feste Angebote für Sport und Freizeit gehören zum "strukturierten" Programm der JAA. Genau das, was die meisten Jugendlichen im Alltag nicht kennen. Schmalfuß gestern wörtlich: "Die Gefahr, Straftaten zu begehen, ist beim ,Rumhängen erheblich größer."
(ca, shz)

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