Erotik-Affäre in Neustadt : Linkspartei ist scharf auf nackte Genossin

Zeigt viel Haut im Netz: Birgit Auras (50, SPD). Foto: Wilke
Zeigt viel Haut im Netz: Birgit Auras (50, SPD). Foto: Wilke

Eindeutige Angebote von der Linkspartei: Der Kreisverband Ostholstein lockt Birgit Auras (SPD) mit einem aussichtsreichen Listenplatz.

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14. März 2008, 05:49 Uhr

Oskar Lafontaines Parteifreunde in Ostholstein interessieren sich für die Frau, die für die SPD in Neustadt zu sexy ist: Der Kreisverband der Linkspartei will Birgit Auras (50) mit einem Spitzenplatz auf ihre Liste zur Kreistagswahl locken. "Für mutige, selbstbewusste Frauen haben die Partei und ich persönlich jederzeit einen Platz offen", warb der designierte Linke-Spitzenkandidat Heinz Koch (55) um die Gunst der jetzt bundesweit bekanntesten Frau aus Neustadt.
Die jedoch lehnte das Angebot postwendend ab: "Ein Wechsel zur Linkspartei kommt für mich nicht in Frage", sagte Birgit Auras gegenüber dem sh:z. Selbst ein hoher Listenplatz könne sie nicht locken. Die politische Ausrichtung der Linkspartei sei für sie "nicht diskutabel".
"Wir nehmen sie herzlich gerne auf"
Die 50-jährige Modedesignerin war in die Schlagzeilen gerückt, weil ihre erotischen Posen im Internet vor allem einigen Frauen im SPD-Ortsverein unvereinbar mit einer Kandidatur für die Stadtvertretung erschienen. "Solche Missgunst würde Birgit Auras in der Linkspartei nicht widerfahren", sagte Koch, der im November 2007 aus der Lübecker SPD ausgetreten war, bevor er zur Linken wechselte. "Wir nehmen sie herzlich gerne auf, wenn sie sich in der SPD nicht mehr wohlfühlt. Ich kann ihr sogar einen Spitzenplatz auf unserer Liste für den ostholsteinischen Kreistag zusagen." Da mangele es der Linken noch stark an Frauen. Am Sonntag stellt die Partei in Neustadt ihre Liste zur Kommunalwahl am 25. Mai auf. Bereits heute trifft sich der SPD-Ortsverein, um über Personalfragen zu beraten.
Inzwischen meldete sich auch Ralf Stegner, SPD-Vorsitzender in Schleswig-Holstein, in der Nacktfoto-Affäre zu Wort: "Für skandalös halte ich Kinderarmut oder Löhne, von denen man nicht leben kann, aber nicht ein paar Fotos von einer Kandidatin", sagte er und fügte hinzu: "Im Übrigen halte ich mich da raus." Auch Gabriele Pauli, Landrätin in Fürth (Bayern) mit ähnlich lasziver Vorgeschichte, gab sich auf Anfrage zugeknöpft. Die CSU-Rebellin, die das Volk durch Fotos in Latex-Handschuhen erregte, lehnte einen Kommentar zum Fall Auras ab.

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