Windkraft : Liebing wirbt für Altmaiers Pläne

Liebing.
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Bundestagsabgeordneter Liebing beteuert, dass die Bundesregierung keineswegs den Ausbau der Windkraft im Norden zugunsten anderer Bundesländer drosseln wolle.

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17. Oktober 2012, 08:47 Uhr

KIEL/BERLIN | Die Kritik aus Schleswig-Holstein war heftig - doch nun stellt sich heraus, dass das Land sogar von Bundesumweltminister Peter Altmaiers Reformplänen für die erneuerbaren Energien profitieren könnte. Wie Altmaiers nordfriesischer CDU-Parteifreund und Bundestagskollege Ingbert Liebing dem sh:z sagte, habe der Minister ihm zugesichert, dass die Bundesregierung keineswegs den Ausbau der Windkraft im Norden zugunsten anderer Bundesländer drosseln wolle. Vielmehr setze sie darauf, dass Windstrom weiterhin vor allem an der Küste erzeugt wird. So verkündete jetzt auch Kanzlerin Angela Merkel beim niedersächsischen CDU-Parteitag in Celle etwas ungelenk: "Wenn im Norden der Wind besser weht, müssen wir doch in der Lage sein, dort auch entsprechend die Anlagen zu bauen."
Letzte Woche hatten sowohl Schleswig-Holsteins grüner Energieminister Robert Ha beck als auch CDU-Landeschef Jost de Jager Kritik an Altmaiers Vorschlägen geübt. Ha beck hatte vor einer "Energiewende im Schneckentempo" gewarnt, de Jager eine Verlagerung der Windstromproduktion in andere Länder als "volkswirtschaftlichen Unsinn" bezeichnet. Eine solche Verlagerung sieht Altmaiers Papier aber laut Liebing gar nicht vor.

Zwar ist darin von einer "geographischen und regionalen Steuerung" die Rede. Doch damit sei gerade nicht gemeint, dass Schleswig-Holstein zugunsten windärmerer Länder verzichten solle, sondern dass im Gegenteil gezielt dort produziert werden soll, wo es am effektivsten ist. "Daher nützt dem Land eine bessere Abstimmung des Wind kraftausbaus sogar", sagte Umweltpolitiker Liebing. Sollte dagegen jedes Land "weiter vor sich hinwursteln und keiner koordinieren, werden andere Bundesländer rasch aufholen." Das könne wiederum dazu führen, dass der Ausbau der Netze zum Transport von Windstrom von Norden nach Süden nicht mehr im geplanten Umfang nötig ist und Schleswig-Holstein keine Abnehmer mehr für seinen Strom finde. "Eine bessere Koordinierung ist daher im ureigenen Interesse Schleswig-Holsteins", sagte Liebing.
Eines allerdings müsste das Land nach Altmaiers Plänen wohl hinnehmen: Dass das Ausbautempo der Windkraft verlangsamt und an den Netzausbau angepasst wird.

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