Grüner Schweifstern : Letzte Chance für Lovejoy: So findet man den Kometen

Sternschnuppen zum Ende des Jahres, einen Komet und die Begegnung mit einem Asteroid zum Beginn des Jahres. Der Himmel schickt seine Boten. Und wenn man Glück hat, kann man sie sehen.

shz.de von
19. Januar 2015, 13:45 Uhr

Kometen umkreisen die Sonne und sind manchmal für einen kurzen Moment am Firmament sichtbar. Doch nur selten erreichen sie eine Helligkeit, die kräftig genug ist, dass auch Laien den Schweifstern sehen können. Diese Gelegenheit bietet der zur Zeit am Himmel zu sehende Komet Lovejoy.

Der Komet mit dem –zugegeben– recht lustigen Namen „C/2014 Q2 Lovejoy“ wurde nach seinem Entdecker, dem Australier Terry Lovejoy benannt. Das besondere an ihm: Er leuchtet grün. Wer den Schweifstern sehen will, muss sich jedoch sputen.

Das grün-schimmernde Objekt in der Mitte des Bildes ist der Komet „Lovejoy“. Aufgenommen am 9. Januar in Schleswig-Holstein.
Jürgen Kahlhöfer
Das grün-schimmernde Objekt in der Mitte des Bildes ist der Komet „Lovejoy“. Aufgenommen am 9. Januar in Schleswig-Holstein.
 

Am Dienstagabend könnte man Glück haben – wenn das Wetter mitspielt. Am 20. Januar ist Neumond und der Himmelshintergrund somit dunkler. Wenn alles klappt, dürfte man den Kometen sogar mit dem bloßen Auge sehen können, mindestens aber mit dem Fernglas „Wir bezeichnen so etwas eher als ,Feldstecherobjekt'“ sagt Marco Ludwig, Leiter der vhs-Sternwarte Neumünster. Wer den Blick gen Süden richtet, könnte also den grünlich schimmernden verwischten Fleck sehen, der durch die Sternbilder Stier, Widder und Dreieck wandert.

Das Wetter könnte sogar mitspielen: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wird es laut Wettervorhersage vereinzelt aufklaren.

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Mit etwas Glück besteht jetzt die Möglichkeit, den grünlich leuchtenden Kometen „Lovejoy“ am nächtlichen Firmament zu entdecken.</p>&mdash; Dr. Jurik Müller (@DrJurikMueller) <a href="https://twitter.com/DrJurikMueller/status/557066451354660864">19. Januar 2015</a></blockquote>

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>RLP: Geht raus, heute kann man den Kometen wieder sehen!&#10;Kommt ja nicht so oft vor, das man einen mit dem bloßen Auge sehen kann!   &#10;<a href="https://twitter.com/hashtag/Lovejoy?src=hash">#Lovejoy</a></p>&mdash; de Bobbymann (@breitbach1971_s) <a href="https://twitter.com/breitbach1971_s/status/556904129344577538">18. Januar 2015</a></blockquote>

Wer den Kometen verpasst hat, kann sich noch auf einen weiteren Besucher freuen. Der 500 Meter große Asteroid „2004 BL86“ soll am 26. Januar, in einer Entfernung von (nur) 1,2 Millionen Kilometern, die Erde passieren, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Für die Erde besteht bei dieser Entfernung, die in etwa die dreifache Strecke von der Erde zum Mond beträgt, keine Gefahr. Dennoch sei nie zuvor ein so nahe vorbei fliegender Asteroid mit dieser Größe registriert worden.

Mit einem Fernrohr oder einem starken Fernglas lässt sich der Himmelskörper beobachten. Er wird in nächster Zeit der einzige Asteroid in dieser Größe sein, der der Erde so nahe kommt. Erst 2027 soll, mit dem Asteroiden „1999 AN10“ ein noch größeres Exemplar zu sehen sein, der die Erde in etwa mit einer Monddistanz passieren soll.

Ein Tipp für Sternegucker:

Mit der kostenlosen App „Google Sky Map“ können Hobby-Astronomen immer sofort nachsehen, welcher Stern, Planet oder Sternbild sie sehen können. Dafür muss man einfach nur das Handy auf das Objekt richten und auf dem Display ablesen, was zu sehen ist.

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