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"Deutschlandtakt" : Leichter Umsteigen: Bund will bessere Zug-Fahrpläne

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Warten auf den Anschlusszug - oder Hetzen zum nächsten Gleis: Bahnreisen können in Stress ausarten. Der "Deutschlandtakt" soll den Verkehr optimieren.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 10:47 Uhr

BERLIN/KIEL | Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer will die Zugverbindungen in Deutschland attraktiver machen und besser aufeinander abstimmen. Dazu hat der CSU-Politiker jetzt eine Machbarkeitsstudie für einen so genannten "Deutschlandtakt" ausgeschrieben. "Ziel ist es, das Zugangebot mittelfristig durch Integration der vorhandenen Taktfahrpläne des Fern- und Nahverkehrs so zu verknüpfen, dass durch optimale Umsteigemöglichkeiten bessere Verbindungen entstehen", lässt Ramsauer seinen Sprecher gegenüber sh:z erläutern.
Die Prüfung eines Deutschlandtakts haben Union und FDP im Koalitionsvertrag vereinbart. Vorbild ist die Schweiz: Dort verkehren die Züge in präzisen Takten von 60 oder 30 Minuten zwischen zwölf zentralen Knoten-Bahnhöfen, treffen dort alle zu ähnlichen Zeiten ein und fahren kurz darauf zu ähnlichen Zeiten ab. So entstehen an den Knoten komfortable Umsteigezeiten von 10 bis 15 Minuten - nicht zu kurz, nicht zu lang. Weil jeder Zug zudem jedesmal zur selben Minute fährt, ist der Fahrplan leicht zu merken. Hinter dem Taktfahrplan steht die Überzeugung, dass für ein attraktives Bahnangebot nicht nur schnelle Verbindungen von Großstadt zu Großstadt nötig sind, sondern auch kurze Gesamtreisezeiten zwischen kleineren Orten.

Mehr Fahrten zwischen Flensburg und Hamburg


Für Schleswig-Holstein wäre ein Deutschlandtakt mit Hamburg als nördlichem Knoten ein Fortschritt, sagt Dennis Fiedel von der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft: "Solange Hamburg keinen festen Takt hat, lassen sich die Anschlüsse im Land schwer planen." Ein Problem seien derzeit etwa die kurzen Umsteigezeiten von Kiel in Richtung Rhein und Ruhr: "Wenn der Regionalexpress nur etwas verspätet ist, verpasst man den Intercity." Andererseits müssen Reisende aus Lübeck mit demselben Ziel mindestens 20 Minuten auf den planmäßigen Anschluss warten.
Was Ramsauer für die Verknüpfung von Nah- und Fernverkehr erst prüft, gibt es für den Nahverkehr im Norden bereits: Dank des "Schleswig-Holstein-Takts" sind sechs Bahnhöfe bereits Knotenpunkte mit guten Umsteigemöglichkeiten - und zwar Lübeck, Neumünster, Heide, Husum, Niebüll und Ulzburg. Mit dem Fahrplanwechsel Ende 2014 soll auch Kiel hinzukommen. Damit von dort dann sogar im Halbstundentakt Züge nach Hamburg und Rendsburg fahren können, will die Bahn unter anderem zwei neue Gleise für den Hauptbahnhof einrichten. Weil vorn im Kieler Kopfbahnhof kein Platz ist, entstehen die Gleise allerdings außerhalb der Bahnhofshalle an den Bahnsteig-Enden. Auch Flensburg soll besser an Hamburg angebunden werden: Die Züge auf dieser Linie verkehren bald stündlich statt nur zweistündlich.
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