Neumünster : Leiche lag fast vier Tage in der Wohnung

In diesem Hochhaus lebte Michaela B., bis sie in ihrer Wohnung von ihrem Ex-Freund erwürgt wurde. Foto: Krüger
In diesem Hochhaus lebte Michaela B., bis sie in ihrer Wohnung von ihrem Ex-Freund erwürgt wurde. Foto: Krüger

Fast vier Tage war die Neumünsteranerin Michaela B. schon tot, da lockte ihr Ex-Freund und Mörder auch ihre 21-jährige Tochter in ihre Wohnung, um sie zu töten.

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10. Januar 2008, 08:33 Uhr

"Wir werfen dem Beschuldigten Mord an der Mutter und heimtückischen versuchten Mord an der Tochter vor", sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Uwe Wick gestern shz.de. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 35-jährige Michael E. seine zehn Jahre ältere ehemalige Lebensgefährtin bereits in der Nacht zum 30. Dezember erwürgt hat.
Am Abend des 2. Januar bat er dann die 21-jährige Tochter seiner Freundin in die Wohnung zu kommen. Als die junge Frau mit ihren zwei Kleinkindern erschien, überfiel der Täter sie. Der 21-Jährigen gelang jedoch die Flucht. Zu den Motiven des Täters machen die Ermittler weiterhin keine Angaben.
Das Paar hatte schon in den Monaten zuvor immer wieder heftig gestritten. Er hatte Alkoholprobleme, sie war tablettenabhängig. Regelmäßig wurde die Polizei zu den nächtlichen Streitigkeiten gerufen, Michaela B. erstattete dann Anzeige und Michael E. wurde - teilweise auch mit Gewalt - der Wohnung verwiesen. Nach Informationen unserer Zeitung soll die 45-Jährige die Anzeigen jedoch immer wieder zurück gezogen haben.
Erst vor wenigen Wochen kam es zu einer ernsthaften Trennung. Michael E. suchte sich eine eigene Wohnung. Seinen Namen hatte Michaela B. von der Klingel und der Tür gekratzt. Wollte der 35-Jährige Gelegenheitsarbeiter am Wochenende vor Silvester eine Aussprache mit seiner Ex-Freundin? Eskalierte ein Streit, vielleicht auch unter Alkoholeinfluss? Völlig im Dunkeln auch: Warum lockte Michael E. drei Tage nach dem Tod seiner Ex-Freundin ihre Tochter in die Wohnung im fünften Stock des Hochhauses an der Ringstraße in Neumünster? Dazu äußern sich die Ermittler bisher nicht.

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