Entführung von Ursula Herrmann : Lebenslange Haft für Kappelner - 30 Jahre nach der Tat

Werner M. soll die kleine Ursula Herrmann 1981 im Alter von zehn Jahren entführt und getötet haben.
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Werner M. soll die kleine Ursula Herrmann 1981 im Alter von zehn Jahren entführt und getötet haben.

Der Entführer von Ursula Herrmann ist zu lebenslanger Haft verurteilt worde. Der Kappelner soll das Mädchen in einer Kiste vergraben haben, wo es erstickte.

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26. März 2010, 08:27 Uhr

Fast 30 Jahre nach der Entführung und dem Tod der zehnjährigen Ursula Herrmann ist der Angeklagte am Donnerstag vom Landgericht Augsburg wegen erpresserischen Menschenraubs mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Werner M. das Mädchen am Abend des 15. September 1981 von ihrem Fahrrad gezerrt und in eine im Wald vergrabene Kiste eingesperrt hatte, in der das Kind erstickte. Ursula Herrmanns Eltern erhielten zwei Briefe, in denen ein Lösegeld von zwei Millionen Mark gefordert wurde, und mehrere Anrufe.
Schon unmittelbar nach der Tat war Werner M. ins Visier der Ermittler geraten. 2007 tauchten dann neue Verdachtsmomente auf. Daraufhin wurde M.s Anwesen durchsucht und ein Tonbandgerät gefunden. Es war das zentrale Beweisstück in dem mehr als ein Jahr dauernden Indizienprozess. Einem Gutachten des Bayerischen Landeskriminalamts zufolge wurden damit wahrscheinlich die in den Erpresseranrufen hörbaren Tonsignale aufgezeichnet und abgespielt. M. aber beharrte bis zuletzt darauf, das Gerät erst kurz vor der Hausdurchsuchung auf einem Flohmarkt gekauft und mit der Tat nichts zu tun zu haben.
Ehefrau freigesprochen
M.s mitangeklagte Ehefrau Gabriele wurde freigesprochen. Laut Anklage soll sie die Erpresserbriefe an die Eltern der Zehnjährigen aus Zeitungsschnipseln gefertigt haben. Im Plädoyer äußerte sich die Staatsanwaltschaft überzeugt, dass die Ehefrau von der Entführung wusste. Offen sei, wann sie davon erfahren habe und ob sie ihrem Mann dabei geholfen habe. Sie solle deshalb vom Vorwurf der Beihilfe freigesprochen werden, forderte die Staatsanwaltschaft.
Das Gericht folgte mit seinem Urteil den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte für M. und dessen Ehefrau Freispruch gefordert.

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