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Leiche im Kofferraum : Lebenslange Haft für Bredstedter gefordert

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Acht Mal soll ein 26-Jähriger in Bredstedt mit einer Hantelstange auf seine Mutter eingeschlagen haben. Beim Prozess in Flensburg entschuldigt sich der Angeklagte unter Tränen.

Flensburg | Im Prozess gegen einen 26-Jährigen, der kurz vor Weihnachten 2012 seine Mutter ermordet haben soll, hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Der Sohn habe die 52-Jährige mit acht Hantelschlägen getötet, sagte der Anklagevertreter am Freitag vor dem Landgericht Flensburg. Die Mutter habe mit dem Rücken zum Sohn gestanden und ihn nicht kommen sehen, sei daher arg- und wehrlos gewesen. Das Mordmerkmal der Heimtücke sei somit gegeben. "Ich habe am Vorliegen eines Tötungsvorsatzes keine Zweifel." Der Mann habe noch weiter zugeschlagen, als die Mutter schon zu Boden gegangen war.
Hintergrund sollen Streitigkeiten wegen Schulden gewesen sein. Die Mutter hatte gedroht, den Sohn aus dem gemeinsam bewohnten Haus zu werfen. Zudem hatte der 26-Jährige vorgegeben, erfolgreich zu studieren. Tatsächlich hatte er zum dritten Mal ein Studium abgebrochen und sein Erbe durchgebracht.

Der 26-Jährige hatte die Tat vor Gericht gestanden. Der Anklage zufolge tötete er seine Mutter mit einer 1,7 Kilogramm schweren Hantelstange und schleifte die Leiche anschließend durchs Haus, um sie dann ins Auto zu verfrachten. Von dort aus fuhr der Mann demnach zum Lebensgefährten der Mutter und erzählte ihm, die 52-Jährige habe einen anderen. Später stellte sich der 26-Jährige der Polizei und legte ein "umfassendes, frühes Geständnis" ab, so der Staatsanwalt. Das Verhalten nach der Tat zeige den Angeklagten aber "von keiner Empathiefähigkeit getrübt".

Die Anwältin der Nebenklägerin, der Schwester des Angeklagten, schilderte die Lage der jungen Frau angesichts der Tat. "Es war für sie ein völlig fassungsloses Verbrechen." Auch nach der Verhandlung wisse sie nicht, warum ihre Mutter habe sterben müssen. Die Anwältin schloss sich der Forderung nach lebenslanger Haft an.
Der Verteidiger dagegen wertete die Tat als Totschlag und forderte eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als zehn Jahren. Die Mutter sei nicht heimtückisch getötet worden - der Angriff sei nicht von hinten, sondern von der Seite erfolgt. Auch sei der Streit am Tatabend nicht beendet und zudem besonders heftig gewesen. Die Erwähnung des dem Sohn besonders nahestehenden Großvaters habe ihn dann dazu gebracht, die Stange zu ergreifen.
Dass es zuvor schon Angriffe des Mannes auf seine Mutter gegeben habe, zeige, dass keine Arg- und Wehrlosigkeit vorgelegen habe. Nach Ansicht des Anwalts drohte dem Mann "die totale Entlarvung seiner Scheinwelt". Er habe Geld verzockt und sei praktisch pleite gewesen, was er vor der Mutter verbarg. Der Angeklagte sagte im Schlusswort, er habe Angst gehabt, die Mutter zu verlieren. "Ich war unter Druck." Er wisse, dass er "etwas wirklich Schlimmes" getan habe. Unter Tränen entschuldigte er sich bei seiner Schwester.

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erstellt am 10.Aug.2013 | 03:22 Uhr

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