Gefahrguttransport auf der A7 : Laster verliert übles Gas

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Ein Gefahrguttransport hat für einen Großeinsatz an der A7 gesorgt: Flüssigkeiten aus dem italienischen Sattelschlepper verursachten Polizisten Kopfschmerzen.

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05. August 2011, 12:53 Uhr

Ein beißender Geruch lag in der Luft: Zwei Beamte des Autobahnpolizeireviers Schleswig/Schuby kontrollierten am Donnerstagmorgen routinemäßig einen Gefahrgutlastzug auf dem Parkplatz Lottorf auf der A7 und bemerkten, dass Flüssigkeiten ausliefen. Umgehend löste die Leitstelle Gefahrgutalarm aus. Neben den Freiwilligen Feuerwehren Busdorf, Jagel und Lottorf rückte auch der Löschzug Gefahrgut des Kreises Schleswig-Flensburg aus.
Die beiden Polizeibeamten klagten kurze Zeit später über starke Kopfschmerzen und wurden umgehend mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Da zu diesem Zeitpunkt völlig unklar war, um was für einen Stoff es sich handelt und wie gefährlich dieser ist, wurde der Parkplatz Lottorf in Fahrtrichtung Norden geräumt und weiträumig abgesperrt. In Schutzanzügen näherten sich Spezialisten des Löschzug Gefahrgut dem Lkw und untersuchten die Ladung.
Substanz verursacht Übelkeit und Kopfschmerzen

Mit Hilfe eines Traktors wurden die betroffenen Behälter geborgen und isoliert. Die Schwierigkeit bestand nun darin, den Inhalt der Ladung zu ermitteln. Ein Spezialunternehmen barg von der Ladung zwei Paletten mit 200l Kunststofffässern, von denen eines, wie beschrieben, beschädigt war und entsorgte diese fachgerecht. In den Fässern befand sich nach Angaben des Auftraggebers Tetra-Hydro-Thiophen (THT). Die Substanz wird zur Auffindung von Gasverlust eingesetzt, ist nicht giftig aber brennbar und verursacht bei Inhalation Kopfschmerzen und Übelkeit.
Die Beamten und auch der Fahrer erlitten eben diese Beschwerden und wurden vorsorglich stationär im Krankenhaus aufgenommen. Die ausgetretene Substanz befand sich ausschließlich auf der Ladefläche und kam nicht mit Fahrbahn oder Boden in Kontakt. Die Polizeibeamten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen der gefahrgutrechtlichen Verstöße ein.
Mehr als 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr und diverse Streifenwagen der Polizei waren über Stunden im Einsatz. Zur Unterstützung waren auch Einsatzkräfte der Polizei aus Flensburg vor Ort.
(shz)

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