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Uni-Klinikum : Landesregierung will mehr Tempo bei UKSH-Sanierung

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Mehr Tempo bei der Sanierung des Uni-Klinikums - darauf dringt die Landesregierung in Kiel. Das Defizit des UKSH ist trotz aller Bemühungen weiter hoch. Strukturelle Änderungen sollen Kosten senken.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2013 | 17:39 Uhr

Kiel | Die Landesregierung in Kiel will die Sanierung des defizitären Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) beschleunigen. Der aktuelle Kurs des zweitgrößten Uni-Klinikums in Deutschland sei richtig, aber die Maßnahmen müssten schneller wirken und weitere müssten dazukommen, erklärten die Staatssekretäre der Ministerien für Wissenschaft, Soziales und Finanzen am Dienstag. Hintergrund ist das anhaltende Defizit von rund 25 Millionen Euro im Jahr.

Eine interministerielle Arbeitsgruppe legte am Dienstag ein Maßnahmenpaket vor. Demnach sollen auch Neuverträge für Chefärzte weniger üppig ausfallen als bisher. Der wirtschaftlichen Lage des UKSH müsse Rechnung getragen werden, hieß es. Auch außertarifliche Verträge im ärztlichen Dienst und in der Verwaltung sollen verringert werden. Das Klinikum müsse zudem in einem Bericht die Kosten für Forschung und Lehre auf der einen sowie für die Krankenversorgung auf der anderen Seite klar getrennt auflisten. So soll deutlich werden, wie die Finanzströme laufen und verteilt sind.

Unzureichend sei die Finanzierung der Ambulanzen, Defizit: 18 Millionen Euro. Die Integration ambulanter Einheiten und Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten sollen dazu beitragen, drohende Schließungen zu verhindern.

Die Landesregierung fordert auch, bundesweit einen „Systemzuschlag“ für Universitätskliniken einzuführen, um deren besonderen Aufgaben in Krankenversorgung sowie in Forschung und Lehre zu finanzieren. Hintergrund: In Deutschland werden zum Jahresende nur noch 6 von 34 Uni-Kliniken schwarze Zahlen schreiben. Finanziert werden soll der Zuschlag über die Kassen oder aus Steuermitteln.

Das Land will weiterhin auch dafür streiten, dass der im Norden sehr niedrige sogenannte Landesbasisfallwert steigt - das ist die Grundlage zur Vergütung der Krankenhausleistungen. Würde im Norden der Hamburger Wert gelten, lägen die Einnahmen des UKSH um 13,5 Millionen Euro höher. Unterschiedliche Basisfallwerte sind aus Sicht der Landesregierung nicht begründbar und benachteiligen den Norden. Das Land verlangt einen bundesweit einheitlichen Wert.

Das Maßnahmenpaket sei eine erste Antwort auf beunruhigende Daten für das UKSH, sagte Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer. „Eine Privatisierung des UKSH ist keine Option“, betonte er.

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