Flughafen Lübeck : Landendes Flugzeug reißt Dachziegel von Haus

Eine Boeing 737 der Ryanair hat bei ihrem Landeanflug auf den Flughafen Lübeck ein Haus beschädigt. Die 81-jährige Bewohnerin kam mit dem Schrecken davon.

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14. November 2009, 06:38 Uhr

Eine Sprecherin des Flughafens bestätigte am Freitag eine entsprechende Meldung der "Lübecker Nachrichten" vom selben Tag. Dabei seien Dachziegel des Hauses in Groß Grönau (Kreis Herzogtum Lauenburg) heruntergerissen worden und in den Garten des Hauses gestürzt. Die 81 Jahre alte Hausbesitzerin sei mit dem Schrecken davon gekommen. Der Grund für den Zwischenfall ist unklar. Nach Angaben der Flugsicherung hatte die Boeing 737 die normale Anflughöhe. Augenzeugen berichteten dagegen laut "Lübecker Nachrichten", die Maschine sei zu tief geflogen.
"Wir bedauern diesen Vorfall sehr und nehmen ihn ernst", sagte die Assistentin der Geschäftsleitung, Kirsten Nielsen. Man habe Kontakt mit der Hausbesitzerin aufgenommen und ihr geraten, sich wegen des Schadens an die Fluggesellschaft zu wenden, sagte sie. Auch die Luftaufsichtsbehörde des Landes werde den Vorfall prüfen, sagte der Sprecher des Kieler Verkehrsministeriums, Harald Haase.
Eine mögliche Ursache für den Unfall könnten sogenannte Wirbelschleppen sein. Bei bestimmten Wetterbedingungen wie Windstille und hohen Temperaturen könnten diese Luftwirbel so stabil sein, dass sie auch außerhalb des Flugplatzgeländes den Boden erreichten, heißt es zum Beispiel auf der Internetseite des Flughafens Nürnberg. Mitunter sei die Energie der Wirbelschleppen dann noch so groß, dass es zur Loslösung von Dachziegeln komme.

Wirbelschleppen
Wenn Flugzeuge durch die Luft sausen, verursachen sie sogenannte Wirbelschleppen - zopfartige, sich gegenläufig drehende Luftverwirbelungen. Diese entstehen insbesondere an den Tragflächen des Flugzeugs. Auslöser sind die unterschiedlichen Druckverhältnisse an der Flügelunter- und der Flügeloberkante. Intensität und Lebensdauer von Wirbelschleppen hängen nicht nur von der Beschaffenheit des Flugzeugs, sondern auch von den Wind- und Lufverhältnissen ab. Um nachfolgenden Flugverkehr durch die Luftverwirbelungen nicht zu gefährden, müssen Flugzeuge immer mehrere Kilometer Abstand voneinander halten.

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