Eine norddeutsche Yvonne? : Kuh in Maisfeld verschollen

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Fünf Kühe haben die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck lahmgelegt - vier konnte ein Cowboy einfangen. Doch eine Kuh hält sich im Maisfeld versteckt.

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19. August 2011, 09:22 Uhr

Cowboy und Blasrohrschütze Hans-Heinrich Tack hat getan, was er konnte: Zusammen mit mehreren Helfern ist es ihm gelungen, vier Kühe wieder einzufangen, die vermutlich vor Schreck von ihrer Weide bei Lübeck geflohen waren. Doch eine Kuh blieb verschollen. Das namenlose einjährige Tier verschwand vermutlich in einem Maisfeld. "Dort wurden jedenfalls Spuren gefunden", sagt Susanne Günthersberg aus Hamberge, deren Familie die Kuhherde gehört.
Die ausgebüxten Jungtiere hatten durch ihren Ausflug am Dienstagnachmittag mehrere Stunden lang die Bahnstrecke zwischen Lübeck und Hamburg lahmgelegt. Sie trieben sich bei Reecke, Stadtteil Lübeck-Moisling, auf den Gleisen herum. Erst der Cowboy konnte sie mit Pfeilen aus seinem Blasrohr betäuben, woraufhin die ruhiggestellten Tiere eingefangen werden konnte. Alle, bis auf eine.
Erste Hinweise in der Nacht
Das Rind wurde von der Gruppe getrennt, verschwand und ist weiterhin flüchtig. Bis in die Nacht war Familie Günthersberg unterwegs, um Hinweisen von Menschen nachzugehen, die das Tier gesehen haben wollten - doch nichts, ihre Jungkuh blieb verschwunden.
Tierarzt Eckard Bauer, der ebenfalls am Dienstag zur Stelle war, um die aufgeregten Tiere zu betreuen, glaubt, dass die Kuh früher oder später, vermutlich in ein oder zwei Tagen wieder aus dem Maisfeld hervorkommen werde. Das Tier wolle nicht allein sein, sondern so schnell wie möglich zurück zu ihrer Herde. "Anders als die Kuh Yvonne in Bayern ist diese Kuh viel jünger und nicht so selbständig", so der Tierarzt
Jungkuh könnte inzwischen in Moor oder Wald sein
Im übrigen sieht der Veterinär aber keine Möglichkeit, das Tier hervorzulocken. In dem circa 60 Hektar großen Maisfeld könne sie ohne Hubschrauber bis zur Ernte kaum gefunden werden. "Da bleibt nur, die Umgebung gut zu beobachten."
Susanne Günthersberg befürchtet derweil, dass die hellbraune Jungkuh gar nicht mehr in dem Maisfeld verweilt. "Drum herum sind überall Wald und Moor, sie könnte bis Wesenberg, Reinfeld oder Niendorf laufen." Die Familie freut sich daher über Hinweise, wenn die fuchsfarbene Limousin-Kuh irgendwo gesichtet werden sollte.
Die restliche Herde von Familie Günthersberg ist wohlauf und erholt sich im Stall von ihrem aufregenden Tag. Tierarzt Eckard Bauer vermutet, dass freilaufende Hunde von Spaziergängern die Jungtiere aufgeschreckt haben, woraufhin die Ammenkühe den Zaun zu den Schienen durchbrachen.

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