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Orkan „Xaver“ : Küstenschutz-Lagezentrum Husum: Drei Sturmfluten zur Premiere

vom

Das Küstenschutz-Lagezentrum in Husum ist zum ersten Mal in Betrieb. Für das sanierte Eidersperrwerk werden die Sturmfluten zur Belastungsprobe. Minister Habeck informiert sich heute an der Westküste.

shz.de von
erstellt am 05.12.2013 | 06:30 Uhr

Husum/Tönning | Mit voller Wucht wird die erste schwere Sturmflut heute Mittag auf die schleswig-holsteinische Westküste treffen. „Wir haben den letzten Sturm problemlos überstanden, so wird es auch diesmal sein“, sagte gestern Volker Sönksen, Leiter des Eidersperrwerks. Die fünf Doppeltore des 40 Jahren alten Bollwerks wurden bereits gestern Abend bei Niedrigwasser geschlossen. „So haben wir mehr Puffer für die Entwässerung, das Hinterland ist dann geschützt“, so Sönksen.

An den Küsten soll es bis einschließlich morgen zu mehreren Sturmfluten kommen. „Es können drei hintereinander sein“, warnte gestern das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Die höchste wird nach BSH-Einschätzung in der Nacht zu morgen erwartet – und zwar nach Mitternacht

Das Kieler Küstenschutzministerium rechnet damit, dass die heutige Flut am Eidersperrwerk etwa 2,50 Meter höher auflaufen wird als das mittlere Hochwasser, die beiden folgenden Fluten könnten höher sein. Dem Sperrwerk können die Naturgewalten aber kaum gefährlich werden, meint Sönksen. „Wir haben gerade eine Sanierung gehabt.“

Die vorhergesagten Wasserstände an der Westküste werden um fünf Meter unter den Deichkronen liegen. Auch wenn die Küstenschützer durch den starken Wind mit extrem hohen Wellen rechnen, sehen sie deshalb keine Gefahr für die Deiche. „Unsere Küstenschutzanlagen sind in einem guten Zustand, so dass sie auch den derzeit zu erwartenden Belastungen Stand halten können“, sagte gestern Küstenschutzminister Robert Habeck (Grüne). Durch die drei aufeinander folgenden Fluten rechnet das Ministerium aber an den sandigen Brandungsküsten der Inseln Sylt, Amrum und Föhr mit stärkeren Sandverlusten.

Die Wetterlage wird wahrscheinlich der von 1962 ähneln. Damals kam es nicht nur in Hamburg zu einer Flutkatastrophe, auch in Nordfriesland und Dithmarschen brachen die Deiche. Die Sturmflut von 1962 war der Grund für den Bau des Eidersperrwerkes und die Erhöhung der Deiche.

Im ganzen Land bereiteten sich gestern die Rettungskräfte auf den zweiten Großeinsatz des Jahres vor. Minister Habeck will sich heute selbst ein Bild von der Lage an der Nordseeküste machen. Nach einem Abstecher nach Büsum besucht er das Husumer Einsatz- und Lagezentrum des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN). Das mit einem halben Dutzend Fachleuten besetzte und sowohl für die West- wie auch die Ostküste zuständige Zentrum kommt zum ersten Mal bei einer Sturmflut zum Einsatz. „Wir sind gut vorbereitet“, sagte LKN-Chef Johannes Oelerich gestern nach einem Probelauf.

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