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„Watt'n Müll“ : Küsten-Putz: Strände im Nationalpark werden gesäubert

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Badelatschen, Spraydosen und Plastikmüll: Naturschützer wollen die Strände des Nationalparks Wattenmeer von Abfall befreien. Auch Umweltminister Habeck will seine Gummistiefel anziehen und mitmachen.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2015 | 07:33 Uhr

St. Peter-Ording | Naturschützer wollen am Freitag Schleswig-Holsteins Nordsee-Strände saubermachen. Die Sammelaktion unter dem Motto „Watt'n Müll“ ist nach Angaben des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) die letzte von mehreren Veranstaltungen zum 30. Nationalparkgeburtstag in diesem Jahr. Bei dem Küsten-Putz wollen neben dem LKN unter anderem auch Tourismusorganisationen, Naturschutzverbände und Nationalpark-Partner mitmachen. Auch Umweltminister Robert Habeck (Grüne) will bei der Reinigung der rund 500 Kilometer Küstenlinie anpacken, teilte sein Ministerium mit.

In der Nordsee treiben nach Angaben von Naturschützern jedes Jahr rund 20.000 Tonnen Müll, drei Viertel davon Plastik. Daneben tauchen vor allem Fischereigeräte wie Netzteile oder Taue an den Stränden auf, aber auch Spielzeugschaufeln, Gummistiefel und Babyschnuller.

Der meiste Müll geht auf Schiffen in der Nordsee über Bord. Aber auch die Flüsse tragen unaufhörlich achtlos entsorgte Plastiktüten, leere Wasserflaschen und andere Plastikabfälle ins Meer. Dort werden sie häufig zu tödlichen Fallen für Seevögel und andere Meerestiere. Vögel oder Seehunde verheddern sich in Plastiknetzen oder -tauen und gehen zugrunde. Oder sie verwechseln Plastikteile mit Nahrung: Diese füllen den Magen - und die Tiere verhungern.

Mikroplastikteilchen finden sich in allen Meeren. Diese Aufnahme stammt vom Geomar aus der Kieler Förde. Auf dem Grund der Nordsee  liegen rund 600.000 Tonnen Plastikmüll.

Mikroplastikteilchen finden sich in allen Meeren. Diese Aufnahme stammt vom Geomar aus der Kieler Förde. Auf dem Grund der Nordsee  liegen rund 600.000 Tonnen Plastikmüll.

Foto: Foto: Jonas Martin, GEOMAR
 

Plastik ist extrem beständig und kann über Jahrzehnte in der Umwelt verbleiben. Im Laufe der Zeit werden größere Plastikteile stark zerkleinert, sie sinken dann von der Oberfläche in die Tiefe der Meere. Vor allem über die biologischen Auswirkungen dieser Mikroteilchen ist bisher nur wenig bekannt. Nach Angaben der Umweltorganisation WWF finden sie sich in vielen marinen Organismen, in Muscheln, Fischen oder auch Fischlarven.

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