Kiel : Krawalle vor Rocker-Club der "Mongols"

Polizeiaufgebot vor dem Stützpunkt der 'Mongols' in Kiel-Gaarden.
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Polizeiaufgebot vor dem Stützpunkt der "Mongols" in Kiel-Gaarden.

Erst vor wenigen Wochen hat der Rockerclub "Mongols" seinen Stützpunkt in Kiel bezogen - nun kam es in der Nacht zu Sonnabend vor dem Clubhaus in Gaarden zu ersten Krawallen.

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30. August 2011, 07:42 Uhr

Kiel | Wie die Polizei bestätigte, meldeten aufgeregte Anwohner an der Stoschstraße gegen 21.30 Uhr, dass sich 30 bis 40 Personen vor dem Rockerdomizil aufhalten würden. Als die Beamten wenig später mit einem großen Aufgebot anrückten, hatte sich die Lage im Wesentlichen erst einmal beruhigt. Doch gegen 22 Uhr gingen die Auseinandersetzungen erneut los. Diesmal zertrümmerten rund 20 vermummte Gestalten Fenster und Türen des Rockerclubheims und verschwanden dann in die Seitenstraßen. Wer diese Angreifer waren, ist zurzeit unklar.
Mittlerweile hatten sich auch Mitglieder der "Mongols" vor Ort eingefunden. Bis zirka 6 Uhr in der Frühe bewachten sie ihr Domizil. Ein Glaser reparierte noch in der Nacht die zertrümmerten Scheiben. Verletzt wurde laut Polizei niemand. Es gab keine Festnahmen.
Politiker fordert Nachdenken über bundesweites Verbot
Anwohner sehen durch die nächtliche Auseinandersetzung ihre Befürchtungen bestätigt. Sie hatten bereits kurz nach der Ansiedlung der Rocker, die bisher vor allem in Bremen durch blutige Fehden mit den "Hells Angels" aufgefallen waren und dort mittlerweile verboten sind, vor dem umstrittenen Club mitten im Wohngebiet in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Schule gewarnt. Das Landeskriminalamt hat auch gegenüber den "Mongols" eine Null-Toleranz-Strategie angekündigt.
Der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Werner Kalinka, spricht von einer Formierung der Rockerszene in Schleswig-Holstein "in veränderter Aufstellung". Daher dürfe die Null-Toleranz-Strategie nicht nur in Reaktionen erfolgen. "Sie muss auch in der Prävention in allen relevanten Bereichen gegeben sein." Auch über bundesweite Verbote müsse dabei nachgedacht werden.

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