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Streit um Fanggebiete im Watt : Krabbenfischer und Minister nähern sich an

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Schleswig-Holsteins Krabbenfischer nehmen an einem Forschungsprojekt teil. Das ist das Ergebnis eines heutigen Gesprächs mit Umweltminister Robert Habeck in Heide. Damit sind die Wogen zwischen Fischern und dem Politiker wieder etwas geglättet.

Heide | Im Dauerstreit zwischen Schleswig-Holsteins Krabbenfischern und Fischereiminister Robert Habeck (Grüne) über Umweltauflagen zeichnet sich zumindest teilweise Entspannung ab. Im Gespräch mit Vertretern der Krabbenfischerei bot Habeck heute in Heide ein Forschungsprojekt an, teilte seine Sprecherin mit. Damit könnten die Fischer unterstützt werden, das von ihnen angestrebte Öko-Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) für umweltverträgliche Fischerei zu erlangen und so die Vermarktung zu verbessern. Am Gespräch nahm auch der frühere niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) als Obmann teil.

„Ich freue mich, dass wir diesen Weg mit den Fischern gemeinsam gehen können“, sagte Habeck. „Es ist ein Verfahren, das MSC in Europa bislang noch nicht ausprobiert hat. Wir beschreiten Neuland, und gerade das ist die Chance, auch zu neuen Lösungen zu kommen. Der Ausgang ist völlig offen.“ 

Um das MSC-Siegel, das von einer unabhängigen Organisation vergeben wird, zu erhalten, muss die Nachhaltigkeit nachgewiesen werden. Der Nachweis einer nachhaltigen Fischerei ist möglich, indem einige Flächen freiwillig nicht befischt werden. Das Ministerium wird nun eine Studie in Auftrag geben, die Erkenntnisse dazu liefern soll.

„Ich weiß, dass dieser Schritt für die Krabbenfischer nicht selbstverständlich ist, umso mehr Respekt habe ich vor ihrer Bereitschaft, dies mitzutragen“, sagte Habeck und dankte Lindemann für sein Engagement: „Es ist gut, dass er das Verfahren weiter begleiten und den Fischern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen wird.“

Der fischereipolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Oliver Kumbartzky, spricht von einem guten Weg: „Sehr zu begrüßen ist es, dass Minister Dr. Habeck zugesagt hat, dass es während des Forschungsprojekts zu keiner verordneten Ausweitung von Nullnutzungsflächen im Nationalpark Wattenmeer kommen wird.“

Im Frühjahr hatten die schleswig-holsteinischen Fischer Habeck eine überzogene Naturschutzpolitik vorgehalten und deshalb eine Notgemeinschaft gegründet. Die Fischer warfen dem Ministerium zudem vor, den Krabbenfischern in der Nordsee 50 Prozent sogenannte Nullnutzungszonen aufzwingen zu wollen.

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erstellt am 29.Aug.2013 | 15:39 Uhr

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