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Statistikamt Nord : Kosten für Gesundheit und Pflege in SH und Hamburg stark gestiegen

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Eine ältere Bevölkerung und Gesundheitstourismus, wie in Hamburg, lassen die Ausgaben im Norden über Bundesdurchschnitt steigen.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 12:51 Uhr

Kiel/Hamburg | Die Gesundheitsausgaben in Schleswig-Holstein wachsen immer weiter. Für den Zeitraum von 2008 bis 2015 ermittelte das Statistikamt Nord nach eigenen Angaben vom Dienstag eine Zunahme um 27,4 Prozent. Das entspreche einem durchschnittlichen Jahresplus von 3,5 Prozent. Im Jahr 2015 gaben Versicherungen, Arbeitgeber sowie Privatpersonen, private Organisationen und öffentliche Haushalte zusammen mehr als 11,9 Milliarden Euro für die Gesundheit aus. Das war etwa eine halbe Milliarde Euro mehr als im Vorjahr. Der Zuwachs von 4,6 Prozent lag etwas höher als im Bundesdurchschnitt mit 4,5 Prozent.

Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt stieg von 12,6 Prozent im Jahr 2008 auf 13,8 Prozent im Jahr 2015, berichtete das Statistikamt weiter. Den höchsten Anteil an den Gesundheitsausgaben bringen die gesetzlichen Krankenkassen auf. 2015 waren es mit knapp 6,8 Milliarden Euro 56,7 Prozent der Gesamtausgaben. Die privaten Krankenversicherungen kamen mit 1,2 Milliarden Euro auf fast zehn Prozent. Private Haushalte und private Organisationen steuerten mit über 1,6 Milliarden Euro 13,7 Prozent bei.

In Hamburg stiegen die Ausgaben noch drastischer um 5,2 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro gestiegen. Besonders stark erhöhten sich die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung, die in Hamburg um 10,5 Prozent zulegten. Das Statistikamt führt das auf gesetzliche Veränderungen zurück, die Anfang 2015 in Kraft traten.

Insgesamt steigen die Ausgaben für Gesundheit und Pflege bereits seit Jahren stark an, was mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft zusammenhängt. Eine ältere Bevölkerung nimmt mehr gesundheitliche Dienstleistungen in Anspruch. Dazu kommt in einer Metropole wie Hamburg ein gewisser Anteil von Medizin-Tourismus aus dem In- und Ausland, mit dem spezielle medizinische Expertise nachgefragt wird.

Über den Zeitraum von 2008 bis 2015 erhöhten sich die Gesundheitsausgaben in Hamburg um fast 30 Prozent; das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 3,8 Prozent. Der Anteil am Hamburger Inlandsprodukt erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 5,8 auf 6,6 Prozent. Das Gesundheitswesen ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Metropolregion. Eine Studie mit einer anderen statistischen Abgrenzung als das Statistikamt Nord ermittelte im Juni dieses Jahres eine Bruttowertschöpfung der Branche von 9,6 Milliarden Euro, einen Anteil von 9,8 Prozent an der Bruttowertschöpfung und 169.000 Erwerbstätige.

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