Kiel : Koreaner präsentieren Pläne für Krebstherapie

Die Partikel-Therapie in Kiel scheint gerettet: Ein koreanisches Unternehmen erwägt, in das geplante Zentrum für Krebstherapie einzusteigen. Das Projekt drohte zu scheitern, nachdem Siemens ausgestiegen war.

Avatar_shz von
10. Januar 2012, 10:41 Uhr

Kiel | Die Verhandlungen über die technischen Umsetzung für eine moderne und schonende Krebstherapie in Kiel laufen weiter. Ein potenzieller Investor aus Südkorea, Uneedpartners, präsentierte am Montag dem Wissenschaftsministerium und dem Universitätsklinikum seine Pläne zur Übernahme der Partikeltherapie-Anlage, aus der Siemens im vorigen Jahr ausgestiegen war.
Ob die Koreaner zum Zuge kommen werden, hängt laut Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) im Wesentlichen davon ab, ob es zu einer Verständigung zwischen Uneedpartners und Siemens kommt. Beide wollen noch in dieser Woche zusammenkommen. Beteiligt an dem Gespräch in Kiel war auch die mit technischem Know-how ausgestattete dänische Firma Danfysik.
Behandlung von Kindern
Der Businessplan der Koreaner geht nach Angaben de Jagers von 1000 Patienten im Jahr aus. Das wären deutlich weniger als zunächst mit dem 250-Millionen-Euro-Ursprungsprojekt geplant. Eine Erfolgsprognose wollte de Jager nicht abgeben. Auch eine mögliche Investitionssumme wollte er nicht nennen. Uneedpartners-Vorstandschef Kyu-Myun Cho sagte, er hoffe auf einen Erfolg. Ziel sei es, auch koreanische Krebspatienten in Kiel behandeln zu lassen. Mit der Partikeltherapie können Tumorzellen punktgenau zerstört werden, so dass umliegendes Gewebe weniger stark belastet wird. Deshalb gilt das Verfahren grundsätzlich als besonders geeignet für schwer zugängliche Tumore und für die Behandlung von Kindern.
Siemens hatte die Anlage in Kiel fast fertiggestellt, war aber im letzten September aus wirtschaftlichen Gründen ausgestiegen. Sollte es jetzt zu einer Einigung mit den Koreanern kommen, würde der Investor die Räumlichkeiten in der Kieler Innenstadt vom Universitätsklinikum mieten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen