Schmallenberg-Virus : Königin sorgt sich um ihre Lämmer

Lammkönigin Lena Rolfs kennt die Sorgen der Züchter.  Foto: Birresborn
Lammkönigin Lena Rolfs kennt die Sorgen der Züchter. Foto: Birresborn

Die Lammkönigin ist erschüttert vom grassierenden Schmallenberg-Virus: Immer wieder kommen Lämmer tot oder missgebildet zur Welt.

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04. Februar 2012, 09:43 Uhr

reussenköge | Wohl keine Frau im Land liebt Lämmer so sehr wie sie - Lena Rolfs, vor neun Monaten zur Nordfriesischen Lammkönigin gekürt. Doch seit das "Schmallenberg-Virus" die ersten Lämmer im Land missgebildet und dahin gerafft hat, kann die 23-Jährige aus Reußenköge nicht mehr unbelastet für das Produkt werben, dem sie ihre Königinwürde zu verdanken hat. Sie ist in großer Sorge um die Lämmer, Mutterschafe und Züchter in ihrer Heimatregion.
Lena Rolfs ist mit vielen Schafzüchtern gut bekannt oder sogar befreundet. Mit ihnen ist die junge Nordfriesin in engem Kontakt, hat auch schon vom Virus in Mitleidenschaft gezogene Höfe besucht. "Es tut sehr weh, was ich gesehen und gehört habe", sagt die Lammkönigin. Es sei ein Schock, ein verkrüppeltes Lamm zu sehen, das geboren wird, um zu sterben. "Furchtbar ist es auch, die versteiften Läufe eines bereits toten Lamms mit den Händen im Mutterleib zu packen und raus ziehen zu müssen", beschreibt die Königin der Lämmer. Oft bleibe es nicht bei dem Verlust des Lamms. "Viele Mutterschafe überleben diese Tortur leider nicht", sagt Lena Rolfs.
Schafe, Rinder und Ziegen bedroht
Noch bis zum Ende der Lammzeit, bis Ende April müssten die Züchter Tag und Nacht damit rechnen, erste oder weitere Tiere durch das Virus zu verlieren, das durch Mückenstiche auf Schafe, Rinder und Ziegen übertragen wird. Die finanziellen Sorgen der Züchter seien groß. "Und der psychische Druck ist enorm. Einige schlafen kaum noch - in Sorge um ihre Muttertiere, die sich quälen könnten, weil sie erkrankte Lämmer nicht aus eigener Kraft zur Welt bringen können", berichtet die Lammkönigin Selbst hart gesottenen Landwirten treibe der Blick auf missgebildete, verendete Lämmer schon mal Tränen in die Augen.
Wird das Virus den Lammhunger der Osterurlauber an der Westküste hemmen? Das hofft Lena Rolfs nicht. "Die meisten Lämmer sind kerngesund, ihr Fleisch ist von hervorragender Qualität. Ich esse mit Leidenschaft alles vom Lamm", sagt sie.

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