Norderstedt : Kleingartenverein kippt Migrantenquote

Großes Medieninteresse weckte die Versammlung des Kleingartenvereins in Norderstedt am Donnerstagabend. Foto: dpa
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Großes Medieninteresse weckte die Versammlung des Kleingartenvereins in Norderstedt am Donnerstagabend. Foto: dpa

Der Kleingartenverein in Norderstedt (Kreis Segeberg) hat seine umstrittene Migrantenquote zurückgenommen. Das beschlossen die Mitglieder Donnerstagabend.

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17. Dezember 2011, 04:58 Uhr

Norderstedt | "Der Verein hat jetzt das wieder gut gemacht, was vorher schlecht gemacht worden ist", sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde, Norbert Franke, nach der Mitgliederversammlung. Die Entscheidung sei einstimmig gewesen, und der Vorstand habe sich bei den Migranten im Verein entschuldigt. "Es ist klar und deutlich geworden, dass das ein Fehler war", sagte Franke.
"Wir sind sehr froh, dass es gelungen ist, ein so eindeutiges Votum auf den Weg zu bringen", sagte Stadtsprecher Hauke Borchardt am Freitag. Dennoch befürchtet er, dass das Image der Stadt gelitten haben könnte: "Das dauert sicher eine Zeit, bis man das wieder los ist", sagte er. "Ich hoffe, dass man im Kopf behält, dass wir schnell reagiert haben." Im kommenden Jahr wolle die Stadt gemeinsam mit ihrer Integrationsbeauftragten und dem Bundesverband in dem Verein über die Probleme diskutieren.
Migrantenquote im Oktober beschlossen
Die Kleingärtner hatten im Oktober beschlossen, nur noch 12,6 Prozent - also neun ihrer insgesamt 73 Parzellen - an Menschen mit ausländischen Wurzeln zu vergeben. Das hatte deutschlandweit Empörung und Entsetzen ausgelöst.
Die Stadt Norderstedt hatte angekündigt, den Hobbygärtnern die Hand zu reichen, wenn sie ihren Beschluss zurücknehmen, und die Vorfälle gemeinsam mit dem Verein und der Integrationsbeauftragten aufzuarbeiten. Andernfalls drohte sie mit juristischen Schritten zur Kündigung des Pachtvertrages.

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