Amrum : Kirche rettet historische Grabsteine

Sie erzählen  Lebensgeschichten ganzer Familien:   Die Grabdenkmale in Nebel auf Amrum.   Foto: taDsen
Sie erzählen Lebensgeschichten ganzer Familien: Die Grabdenkmale in Nebel auf Amrum. Foto: taDsen

Die evangelische Kirchengemeinde St. Clemens in Nebel auf Amrum macht bei der Rettung ihrer historischen Grabsteine Fortschritte.

shz.de von
13. Oktober 2012, 05:56 Uhr

Nebel | 152 historischen Grabsteine sollen gerettet werden. "Insgesamt 52 der berühmten erzählenden Grabsteine wurden restauriert", zieht Gemeindesprecher Frank Hansen eine erste Zwischenbilanz. Sie werden in zwei Wochen aufgestellt. Mit den Arbeiten an 100 weiteren Steinen wird demnächst begonnen. Insgesamt 330.000 Euro kostet die Aktion, sagt Hansen. Er ist Ehemann von Pastorin Friedericke Heinecke. Das Projekt soll im Frühjahr 2013 vollendet sein.
Die aus der Zeit von 1627 bis 1858 stammenden Grabsteine bestehen überwiegend aus Sandstein. Ungünstige Standorte und Witterungseinflüsse haben sie im Laufe der Zeit angegriffen, so dass ihr Verfall drohte. Sie werden auch als "sprechende" oder "erzählende Steine" bezeichnet, weil sie in eingemeißelten Sätzen oft aus dem Leben der Verstorbenen berichten. "Sie erzählen Geschichten von der Seefahrt und Landwirtschaft sowie von Leben und Tod", sagt Pastorin Heinecke. Die Restaurierungskosten pro Stein liegen zwischen 152 und 5200 Euro. Dazu kommt dann noch ein Betrag für Nebenarbeiten sowie für die Aufstellung.
Die Kirchengemeinde kann die Gesamtsumme nicht allein aufbringen. Deshalb wurden Patenschaften für die Steine angeboten. Über 100 Patenschaften gibt es jetzt, sagt Hansen. Der Bund gibt 80.000 Euro, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz steuert 40.000 Euro bei. Auch die Gemeinde hilft der Kirche. Eine Fläche von rund 450 Quadratmeter wurde ihr geschenkt, so dass alle 152 Grabsteine einen neuen Platz bekommen werden.

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