Landespastorin Petra Thobaben : Kirche räumt Schuld an Missbrauch ein

Thobaben
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Erstmalig hat eine geistliche Würdenträgerin eine Mitschuld der Kirche an der Kindesmisshandlung in Diakoniewerken im Norden eingeräumt.

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03. November 2009, 08:06 Uhr

Flensburg | Mit Landespastorin Petra Thobaben hat erstmalig eine geistliche Würdenträgerin aus Schleswig-Holstein eine Mitschuld der Kirche an der Kindesmisshandlung in Diakoniewerken im nördlichsten Bundesland eingeräumt. Im Rahmen einer Ausstellung der Eckern förder Künstler Eckhard Kowalke und Gudrun Adrion, die den Missbrauch thematisiert, sagte Thobaben in ihrer Laudatio in Flensburg: "Nach unserem Kenntnisstand hat auch in Schleswig-Holstein die Fürsorgeerziehung bis in die 70er-Jahre Unrecht in das Leben von Jungen und Mädchen gebracht." Dies sei auch in Heimen geschehen, die in der Trägerschaft des Landes waren. Im Namen des Herrn oder im Namen des Staates seien die Persönlichkeiten von Jungen und Mädchen dabei gebrochen worden, so Thobaben.

Nachdem bereits die niedersächsische Landesbischöfin Margot Käßmann bei einer Tagung in Hannover am 7. Oktober ihr Bedauern über die zum Teil schweren Misshandlungen in kirchlichen Kinder heimen in einer schriftlichen Stellungnahme zum Ausdruck gebracht hatte, folgte nun auch die schleswig-holsteinische Landespastorin: "Ich verneige mich an dieser Stelle im Respekt vor den Opfern und bitte um ihre Vergebung für das ihnen zugefügte Leid, weil auch die Diakonie Teil hat an einem Klima, in dem Gewalt und Übergriffe geschehen sind. "

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