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Krempe : Kindesmissbrauch: Ermittlungen gegen Bürgermeister

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Matthias Di Meglio ist Bürgermeister von Krempe (Kreis Steinburg). Am Sonntag tritt er zur Bürgermeisterwahl in Ammersbek (Kreis Stormarn) an. Aber: Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren. Der Vorwurf: Kindesmissbrauch.

Krempe | Die Chancen von Matthias Di Meglio, neuer Bürgermeister von Ammersbek zu werden, sind auf ein Minimum gesunken. Wenige Tage vor der Wahl am Sonntag ist bekannt geworden, dass gegen den 47-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern läuft. "Was soll ich machen? Mich auf den Marktplatz stellen und sagen: Ich war es nicht." Di Meglio beteuert seine Unschuld. Er fühlt sich "in den Dreck gezogen". "Man verbaut mir alle Chancen", reagiert er auf einen anonymen Hinweis, dem eine Hamburger Zeitung nachgegangen war.
Die von der Staatsanwaltschaft bestätigten Ermittlungen gegen den derzeitigen Bürgermeister von Krempe (Kreis Steinburg) laufen schon seit September. Fahnder durchsuchten sein Büro im Rathaus und seine Privaträume und stellten Computer sicher. Und das ist seine Version: Es seien zwei Jungs und zwei Mädchen mit der Frage ins Rathaus gekommen, ob sie für die Stadt arbeiten könnten. Er habe ihnen das historische Gebäude gezeigt und Bilder für die Besuchergalerie gemacht. Auf der steilen Rathaustreppe habe er einem Mädchen die letzten Stufen heruntergeholfen. "Und dann gab es die Anzeige. So etwas kann jeden treffen."
Zwei eingestellte Ermittlungsverfahren
Auf die Frage, ob auf den Computern Belastendes zu finden sei, sagte Di Meglio wörtlich: "Nichts in Bezug auf die Anzeige." Er räumte ein, dass es in der Vergangenheit bereits zwei Ermittlungsverfahren gegen ihn gegeben habe. "Die sind beide eingestellt worden. In einem Fall kam das von einer Frau, die in der Stadt alles und jeden angezeigt hat." Di Meglio fügt hinzu: "Ich lebe mit Gerüchten seit ich Bürgermeister bin."
Der Verwaltungschef bekennt sich ausdrücklich zu intensiver Kinder- und Jugendarbeit. Erst vor zwei Wochen war er vom Kreis Steinburg für 25 Jahre Engagement in der Ferienbetreuung geehrt worden. In Krempe, wo er bis dahin das Sozialamt der Amtsverwaltung leitete, wurde der gebürtige Glückstädter 2003 zum Verwaltungschef gewählt. Im Sommer 2009 muss er seinen Stuhl räumen, weil die 2500-Einwohner-Stadt auf einen ehrenamtlichen Bürgermeister umsattelt. Im März war Di Meglio bei der Bürgermeisterwahl in Büsum als Drittplatzierter noch knapp gescheitert, in Ammersbek hatten Beobachter für ihn zuletzt gute Chancen ausgerechnet.

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erstellt am 30.Nov.2008 | 01:15 Uhr

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