Bad Oldesloe : Kindergarten-Neubau bleibt ungenutzt

Das Streitobjekt: Neben dem Schwimmbad in Bad Oldesloe entsteht für 2,1 Millionen Euro ein Kindergarten-Neubau. Doch möglicherweise werden darin keine Kinder spielen. Foto: Olbertz
Das Streitobjekt: Neben dem Schwimmbad in Bad Oldesloe entsteht für 2,1 Millionen Euro ein Kindergarten-Neubau. Doch möglicherweise werden darin keine Kinder spielen. Foto: Olbertz

"Die Lage ist sehr angespannt": Weil ein Kindergarten in Bad Oldesloe nicht kostendeckend betrieben werden kann, erhielten Mitarbeiter und Eltern die Kündigungen.

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27. Juni 2013, 08:46 Uhr

Bad Oldesloe | Die Stormarner Kreisstadt Bad Oldesloe müht sich redlich, den Bedarf an Krippenplätzen zu decken. 20 weitere Plätze in einem 2,1 Millionen Euro teuren Neubau waren zum 1. August bereits vergeben, doch jetzt könnte es alles anders kommen. Politik und der potenzielle Trägerverein, die Lebenshilfe, können sich nicht auf einen Betreibervertrag einigen. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, bleibt der Neubau ungenutzt. Die Verwaltung hatte einen Vertragsentwurf ausgehandelt, doch der war in der Politik durchgefallen.
Die Lebenshilfe will und soll in dem Neubau einen Integrationskindergarten mit vier I-Gruppen und zwei Krippengruppen betreiben - so weit ist alles unstrittig. Es geht um die Betriebskosten. Weil es teilweise um behinderte Kinder geht, kommt Geld von der Koordinierungsstelle für soziale Angelegenheiten (Kosoz). Darüber hinaus soll die Lebenshilfe jenen Budget-Betrag erhalten, den auch alle anderen Kindergärten in der Stadt bekommen. "Damit können wir den Kindergarten nicht kostendeckend betreiben", behauptet Lebenshilfe-Geschäftsführerin Ursula Johann: "Da würde ich die Einrichtung sehenden Auges in den Ruin treiben."

Jährlich 30.000 Euro Defizit

Im Raum steht ein Defizit von jährlich etwa 30.000 Euro. Deshalb hat sie den Vertrag abgelehnt. Eltern, die schon eine Zusage für einen Krippenplatz hatten, haben jetzt eine Absage erhalten. Angestelltes Personal bekommt die Kündigung. "Die Lage bei den Eltern ist sehr angespannt", berichtet Elternvertreter Max Paatz. Die Familien hatten sich auf die Zusage verlassen und entsprechend eine Rückkehr in den Beruf geplant.
Hinter den Kulissen wird jetzt heiß diskutiert. Trotz Sommerpause soll am 10. Juli eine Sondersitzung der Stadtverordneten statt finden. Ein erster Kompromissvorschlag der SPD liegt auf dem Tisch: Ein Jahr lang werden die Kosten der Lebenshilfe anerkannt, danach nur noch das Budget bezahlt.

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