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Familiendrama in Glinde : Kinder getötet – Haftstrafe oder Psychiatrie für Familienvater?

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Die Tat erschütterte ganz SH: Ein Vater tötet im religiösen Wahn seine schlafenden Kinder. Seit der Tat sitzt er in der Psychiatrie. Jetzt muss ein Gericht entscheiden, ob er dort bleibt oder ins Gefängnis muss.

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2014 | 11:29 Uhr

Glinde | Das Familiendrama von Glinde bei Hamburg hat im Januar die Öffentlichkeit erschüttert. Ein aus Afghanistan stammender Zahnarzt soll im religiösen Wahn seinem sechsjährigen Sohn und seiner vierjährigen Tochter im Schlaf die Kehlen durchschnitten zu haben. Entsprechend groß war das Interesse am Freitag zum Auftakt des Sicherungsverfahrens gegen den 39 Jahre alten Mann am Lübecker Landgericht. Doch gleich nach Verlesung der Anklage mussten Zuhörer und Journalisten den Saal verlassen. Im Einvernehmen mit Verteidigung und Staatsanwaltschaft beschlossen die Richter, die Öffentlichkeit vom Verfahren auszuschließen.

Das Gericht begründete diese Entscheidung mit dem Schutz des Angeklagten. In dem Unterbringungsverfahren würden Details seiner psychischen Erkrankung zur Sprache kommen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien, sagte der Vorsitzende der I. Großen Strafkammer.Die Staatsanwaltschaft wirft dem 39-jährigen Zahnarzt vor, am Morgen des 24. Januar seine Kinder brutal getötet zu haben. 

Bei der Polizei, die er selbst gerufen hatte, gestand er die Tat. Seine wirren religiösen Äußerungen brachten einen Sachverständigen zu der Überzeugung, dass der Familienvater zum Zeitpunkt der Tat nicht schuldfähig war. Seither ist er in einer psychiatrischen Klinik vorläufig untergebracht.Begleitet von drei Pflegern hatte der Beschuldigte am Morgen den Gerichtssaal betreten. Sein Gesicht verbarg er mit einer Jacke, die er sich über den Kopf gezogen hatte. Durch seinen Anwalt ließ er mitteilen, dass er sich weder zu seiner Person noch zur Sache äußern wolle. Seine 30 Jahre alte Ehefrau ist in dem Verfahren Nebenklägerin, war aber am Freitag nicht im Gerichtssaal.

Zur Klärung des Sachverhaltes und vor allem der Hintergründe der Tat hat das Gericht bislang 26 Zeugen und drei Sachverständige geladen, darunter auch eine Islamwissenschaftlerin. Die Entscheidung des Gerichts wird für Mitte Oktober erwartet. Zur Verkündung wird die Öffentlichkeit nach Angaben eines Gerichtssprechers dann wieder zugelassen sein. 

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