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Intensive Ermittlungen : Kieler Rentner vermisst – zwei Festnahmen

vom

Ein 82-jähriger Kieler bleibt verschwunden. In Bayern und Sachsen-Anhalt hebt ein Unbekannter mit der EC-Karte des Vermissten Geld ab. Die Überwachungskameras zeichnen einen Mann mit Motorradhelm auf.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 15:04 Uhr

Kiel | Im Fall des seit rund einer Woche vermissten 82-Jährigen aus Kiel hat die Polizei zwei Verdächtige ermittelt. Gegen einen 45-Jährigen und seine 50 Jahre alte Frau besteht der Verdacht eines Gewaltverbrechens, wie ein Polizeisprecher am Freitag in Kiel sagte. Beide wurden bereits am Donnerstagabend in Kiel festgenommen. Der Mann soll nach dem Verschwinden des Rentners mehrmals und an verschiedenen Orten Geld von Geldautomaten abgehoben haben.

Ermittlungen im persönlichen Umfeld des vermissten Klaus-Heinrich Just aus dem Kieler Stadtteil Suchsdorf brachten die Polizei auf die Spur des Duos. Beide wurden vernommen und sollten möglicherweise noch am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden. Nähere Angaben zu dem Duo wollte die Polizei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht machen.

Unterdessen fehlt von dem 82-Jährigen weiter jede Spur. Die Suche läuft auf Hochtouren. Unterdessen wurde bekannt, dass die Bankkarte des Seniors am Montag und Dienstag an einem Bankautomaten in Burglengenfeld bei Regensburg in Bayern zu weiteren Einsätzen kam. Bilder der Überwachungskamera zeigten auch in diesen Fällen eine Person mit blau-schwarzer Jacke und dunklem Motorradhelm.

Zuvor waren mit der Karte in Kiel und in Alsleben (Sachsen-Anhalt) jeweils 1000 Euro von Geldautomaten abgehoben worden. Alle Vorgänge rechnet die Polizei dem tatverdächtigen 45-Jährigen zu. Dazu soll er in den vergangenen Tagen mit einem schwarzen VW Golf GTI mit auffälligen roten Felgen unterwegs gewesen sein. Insgesamt soll er laut Polizei rund 3000 Euro abgehoben haben.

Routinemäßig prüft die Polizei auch mögliche Zusammenhänge mit Gewaltverbrechen, so auch den Fall einer im Mai in einer einsam gelegenen Villa am Behler See bei Plön erstochenen Bankierswitwe. „Es sind aber keine Parallelen zu dem Fall erkennbar“, sagte Polizeisprecher Bernd Triphahn.

Am Donnerstag und Freitag untersuchte die Spurensicherung erneut das Haus des Mannes, fand dort aber keine Kampf- oder Einbruchspuren. Bei der Untersuchung kamen auch Hunde zum Einsatz. Die Spur des Vermissten verlor sich am 4. Oktober. Das letzte Lebenszeichen von Klaus-Heinrich Just stammt von der Übergabe des Mittagessens durch einen Bringdienst an diesem Tag. In der Wohnung des Mannes fand die Polizei den Gehstock und Rollator des 82-Jährigen - nach einer Operation sei er nur noch „eingeschränkt gehfähig“.

Die Polizei hofft bei der Suche nach dem Vermissten weiter auf Hinweise aus der Bevölkerung. Die Beamten suchen unter anderem nach Zeugen, die in der Straße des 82-Jährigen am Nachmittag des 4. Oktober verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben.

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