Kieler Woche : Kieler Privatsender stellen Bühnenprogramm ein

Kieler Woche 2011 an der Hörn: Sichtschutz vor der Bühne - Stehenbleiben und kurzes Zuhören waren nicht erwünscht. Foto: rtn
Kieler Woche 2011 an der Hörn: Sichtschutz vor der Bühne - Stehenbleiben und kurzes Zuhören waren nicht erwünscht. Foto: rtn

Das Sicherheitskonzept zur Kieler Woche an der Hörn hat Folgen: R.SH, Deltaradio und Radio Nora werden im kommenden Jahr kein Bühnenprogramm veranstalten.

shz.de von
05. September 2011, 07:27 Uhr

Dick Brave, die Söhne Mannheims, Sunrise Avenue - mit großen Künstlern haben die privaten Radiosender aus Kiel während der Kieler Woche Tausende Besucher an die Hörn gezogen. Doch wegen eines neuen Sicherheitskonzepts gab es Ärger und Frust. Vorbeibummeln, Stehenbleiben für ein paar Songs und dann weiterziehen war nicht mehr möglich. Stattdessen war der Bereich vor der Bühne eingezäunt, es gab Sicherheitskontrollen und bei 8000 Besuchern war Schluss.
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"Wir haben den Anspruch, dieselben Künstler zur Kieler Woche zu präsentieren, für die auch das Programm unserer Sender steht: nämlich Topstars", sagt Martin Hülsmann, Pressesprecher des Veranstalters Mach3. Das könne auf der Fläche an der Hörn aber nicht mehr erfüllt werden. "Die Sicherheitsauflagen sind nachvollziehbar, schränken uns aber zu sehr ein", so Hülsmann. Schließlich wollten die Radiosender "nicht ausgrenzen, sondern viele Menschen begeistern". Am Donnerstag hat das Unternehmen seinen Entschluss im Kieler Rathaus bekannt gegeben: Die drei Sender werden im kommenden Jahr kein Bühnenprogramm bei der Kieler Woche veranstalten.
"Ausgesprochen bedauerlich"

Ein attraktives Bühnenprogramm würde mehr Menschen anziehen, als die Fläche an der Hörn verträgt, sagt Hülsmann. Einen anderen Bühnenstandort gebe es nicht. "Das würde die Kieler Woche zu sehr außeinanderreißen." Den Schritt bedauert der Mach3-Sprecher, "zumal wir gemeinsam mit Ahmad R. Zirakbash, der Stadt und vielen Sponsoren die Hörn mit sehr viel Engagement in den letzten Jahren quasi aus dem Nichts zum Publikumsmagneten entwickelt haben". Zirakbash ist für die Gastronomie auf dem Gelände zuständig und plant auch für kommendes Jahr eine Bühne an gleicher Stelle. "Wir planen aber Künstler zu bieten, die vielleicht eher älteres Publikum ansprechen", sagt Zirakbash. Erfahrung hat er unter anderem durch das Duckstein-Festival, das er auch in Kiel betreut.
"Ausgesprochen bedauerlich" findet Tim Holborn, Pressesprecher der Landeshauptstadt, die Entscheidung. Die Sender hätten mit ihrem Programm in den vergangenen Jahren "für ein sehr gutes Niveau auf den großen Bühnen" gesorgt. "Dass dieses Jahr für die Privatsender kein leichtes Jahr gewesen ist, das ist klar", sagte Holborn zu shz.de.
Allerdings werde es auch unter den nun veränderten Rahmenbedingungen an der Hörn ein vielseitiges Programm geben. Gastronomie, Kleinkunst und das "Unser Norden"-Dorf soll es auch 2012 geben. "Man muss an der Stelle nicht unbedingt Mega-Konzerte veranstalten."

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