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Vermisster Klaus-Heinrich Just : Kieler Fall bei Aktenzeichen XY...ungelöst

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Wo liegt die Leiche des vermissten Kieler Rentners Klaus-Heinrich Just? Die Polizei geht fest davon aus, dass er umgebracht wurde. Der festgenommene Tatverdächtige schweigt. Der Fall wird auch Thema in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY...ungelöst.

Kiel | Im Fall des seit zehn Tagen vermissten Rentners Klaus-Heinrich Just (82) aus Kiel hat gestern eine Fährtensuche mit sogenannten „Mantrailer“-Hunden begonnen. Offenbar wollen die Ermittler klären, wo ihr Tatverdächtiger im fraglichen Zeitraum überall gewesen ist. Die Polizei hofft auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Morgen ist der rätselhafte Fall Thema bei "Aktenzeichen XY...ungelöst" (20.15 Uhr, ZDF).

Gegen einen 45 Jahre alten Kieler hatte das Amtsgericht vergangenen Freitag Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Er soll mit der EC-Karte des Rentners insgesamt 3000 Euro abgehoben haben. Seine Ehefrau (50), die mit ihm festgenommen worden war, kam wieder auf freien Fuß. Laut Staatsanwaltschaft gilt sie aber weiter als Beschuldigte.

Kontakt zu Just hatte das Pärchen, weil es dem Rentner, der nach einer Rückenoperation gehbehindert war, im Haushalt geholfen haben soll. Klaus-Heinrich Just war verwitwet und kinderlos, lebte alleine und betrieb eine Firma für Filtertechnik. „Mein Ehemann hat ihm nach der Operation den Rollator seiner verstorbenen Ehefrau vom Dachboden geholt“, berichtet eine Nachbarin. „Mehr Hilfe wollte er nicht, er lebte sehr zurückgezogen.“ Sie erinnert sich aber, dass Klaus-Heinrich Just vor einiger Zeit vor seinem Haus eine oder mehrere Personen in einem Auto verabschiedete. „Es war schon dunkel. Hätte ich gewusst, wie wichtig das einmal sein wird, hätte ich genauer hingesehen.“

Der Tatverdächtige fährt einen Golf GTI mit auffälligen roten Felgen. Das Fahrzeug wird derzeit in der Kriminaltechnik untersucht. Den Wagen (KI - EI 99) soll der Mann genutzt haben, um zu Geldautomaten in Kiel, Alsleben (Sachsen-Anhalt) und Burglengenfeld (Bayern) zu fahren. Möglicherweise wurde aber auch Klaus-Heinrich Just mit diesem Wagen transportiert.

Der Tatverdächtige schweigt zu den Vorwürfen. „Er macht zur Sache weiterhin keine Angaben“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Kiel, Oberstaatsanwältin Birgit Heß. Das bedeutet: Der Tatverdächtige gibt auch nicht zu, der Mann zu sein, der – vermummt mit einem Motorradhelm – das Geld abgehoben hat. Mutmaßlich deshalb kommen die „Mantrailer“ zum Einsatz. Diese Personenspürhunde können die Fährten von Menschen selbst dann verfolgen, wenn sie im Auto sitzen. In diesem Fall sind die Hundenasen stark gefordert: Die Route von Kiel über Alsleben bis nach Burglengenfeld beträgt 780 Kilometer und führt dicht an der tschechischen Grenze vorbei.

Klaus-Heinrich Just ist mit großer Wahrscheinlichkeit tot. Leichenspürhunde hatten in seiner Wohnung angeschlagen. Aber was könnte das Motiv gewesen sein? Denkbar ist, dass das Pärchen bereits als Haushaltshilfe über die EC-Karte verfügte und unberechtigt Geld abhob. Hat Klaus-Heinrich Just das bemerkt und musste er deshalb sterben? Die Ermittler schweigen.

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erstellt am 14.Okt.2013 | 12:26 Uhr

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