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Ministerin rät: : Keine Haustiere zu Weihnachten

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Alle Jahre wieder werden neben Büchern, Parfum und Spielekonsolen auch Tiere zu Weihnachten verschenkt. Die für Tierschutz zuständige Ministerin Juliane Rumpf rät ab.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2010 | 01:33 Uhr

Tierschutzministerin Rumpf hat davor gewarnt, spontan ein Tier als Weihnachtsgeschenk zu kaufen. Auf Haustiere als Geschenk sollten Eltern möglichst verzichten. "Tiere bedeuten Verantwortung", heißt es aus dem Ministerium. "Die Anschaffung muss gut überlegt werden." Aus der ersten Freude über ein Tier unter dem Weihnachtsbaum werde nach den Feiertagen oft Frust. Wenn der Alltag einkehrt, landen viele der lebenden Geschenke in Tierheimen oder werden ausgesetzt.
Das Ministerium hat daher einen Fragenkatalog zusammen gestellt, mit dem man vor dem Kauf prüfen sollte, ob die Familie für die Tierhaltung genug Zeit und Platz hat.
- Welchen Platz und welche speziellen Einrichtungen benötigt das Tier und sind diese Voraussetzungen (z.B. Voliere, Terrarium in angemessener Größe) zu erfüllen?
- Sind artgerechte Ernährung und verhaltensgerechte Unterbringung, Haltung und Pflege sichergestellt? Die Einzelhaltung von Tieren, wie zum Beispiel Papageien, ist oftmals nicht art- und verhaltensgerecht. Ebenso können viele Tierarten wie etwa exotische Tiere in einem Privathaushalt auf Dauer kaum tierschutzgerecht gehalten werden.
- Wer betreut das Tier? Ist zum Beispiel genug Zeit zum Füttern, Pflegen, Ausführen oder Reinigen des Käfigs vorhanden? Ist der zukünftige Besitzer bereit, dieses über viele Jahre zu gewährleisten? Ein Hund oder eine Katze können im Schnitt bis zu fünfzehn Jahre alt werden. Wer kümmert sich um das Tier während des Urlaubs?
- Werden die Kinder mit dem Tier vernünftig umgehen und es nicht einfach als Spielzeug betrachten? Ist die gewählte Tierart überhaupt für Kinder geeignet? Bei Fischen, Schildkröten oder ausschließlich nachtaktiven Tieren wie Hamstern ist das häufig nicht der Fall.
- Welche laufenden Kosten entstehen zum Beispiel für Steuern, Versicherungen, Futter, Pflegemittel, Tierarzt und ist die Bereitschaft vorhanden, diese Belastungen zu tragen?
- Ist der künftige Besitzer bereit, Lärm zu akzeptieren und den Schmutz zu beseitigen, den das Tier eventuell verursacht?Hat der künftige Besitzer die notwendigen Fähigkeiten und auch die körperlichen Kräfte, um mit dem Tier richtig umzugehen?
- Sind der Vermieter und die Mitbewohner des Hauses mit der Tierhaltung einverstanden?
- Können von dem Tier Gefahren ausgehen, insbesondere für Kinder?
- Besteht in der Familie eine Allergie, zum Beispiel gegen Tierhaare? Welche Krankheiten können durch das Tier verursacht werden?
Keine Zugeständnisse zu Lasten der Tiere
Ein Tier sollte nur dann gekauft werden, wenn alle diese Fragen vorbehaltlos und uneingeschränkt positiv - im Sinne der Tiere - beantwortet werden können. Hierbei sollten keine Zugeständnisse gemacht werden, die dann zu Lasten der Tiere gehen.
"Die Erfahrung zeigt leider immer wieder, dass die Zuneigung zum Tier und die Freude nicht lange anhalten, wenn nach den Feiertagen im Alltag die Routine einkehrt und vielleicht die ersten Probleme auftreten", so das Ministerium weiter. Haustiere sollten nicht mit Spielzeugen verwechselt werden. Ihre Haltung bringt für einen langen Zeitraum ein erhebliches Maß an Verantwortung, Pflichten und Kosten mit sich. Endstation für ungeliebte Tiere ist häufig das Tierheim, oder die Tiere werden verbotenerweise einfach ausgesetzt, um sich ihrer zu entledigen.
Besteht, besonders bei Kindern, der Wunsch nach einem Tier gibt es Alternativen zur Anschaffung eines eigenen Haustieres. Ein Stofftier oder eine Tierfilm-DVD nehmen es nicht übel, wenn sie nach den Feiertagen nicht mehr beachtet werden. Ein Besuch im Zoo oder eine Jahreskarte für einen Tierpark sind Möglichkeiten, Tiere ohne dauerhafte Verpflichtungen zu erleben. Die meisten Einrichtungen bieten auch die Übernahme von Tierpatenschaften an.

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