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„Multiventil BRC Europa 1“ : KBA warnt nach Gasauto-Explosion vor gefährlichen Tank-Ventilen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vor acht Monaten explodierte in Rohlsdorf ein brennendes Auto nach einem Unfall. Das Kraftfahrbundesamt hat nun die Ursache gefunden.

Flensburg/Bad Segeberg | Es war eine heftige Detonation – vor acht Monaten war nach einem Unfall in Rohlstorf im Kreis Segeberg ein Auto zunächst in Brand geraten. Was die Männer der örtlichen Feuerwehr damals nicht wissen konnten: Es handelte sich um ein gasbetriebenes Fahrzeug. Bei den Löscharbeiten explodierte plötzlich der Gastank, zehn Feuerwehrleute wurden zum Teil schwer verletzt.

Jetzt hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg die Ursache ausgemacht. Die Behörde warnt öffentlich vor dem „Multiventil BRC Europa 1“ für mit Flüssiggas betriebene Pkw. „Unsere Ingenieure haben im Test dieses Multiventil an einen Tank nach den vorgeschriebenen Bedingungen eingebaut“, berichtet Stephan Immen, Sprecher des Bundesamtes. Dabei hätte sich das Sicherheits- beziehungsweise Überdruckventil dieser Armatur bei einem Druck von 27 bar öffnen müssen. „Es hat aber bei großer Hitze nicht den Druck abgelassen“, sagt Immen weiter.

Fazit: Die Funktion sei aufgrund von Alterung möglicherweise nicht ausreichend. Und deshalb gilt „Europa 1“ als unsicher. „Ein Austausch ist Pflicht“, stellt Immen klar.

Dem Hersteller, BRC Gas Equipment, ist trotz des KBA-Tests der Hergang noch ein Rätsel. „Nachfolgende Untersuchungen zur Ursache ergaben, dass das Überdruckventil durch ein Kautschukteil verstopft war und somit nicht auslösen konnte“, teilte das Unternehmen im baden-württembergischen Althengststett mit. Zudem seien mit Blick auf den Test im Bundesamt „Zustand und Herkunft des Ventils sowie die Randbedingungen bezüglich des Ausbaus und des Wiedereinbaus“ nicht bekannt.

Gleichwohl habe sich BRC Gas Equipment vorsorglich bereit erklärt, alle Multiventile vom Typ „Europa 1“ gegen das Nachfolgemodell „Europa 2“ kostenfrei in autorisierten Betrieben auszutauschen. Letzteres habe in Tests einwandfrei funktioniert.

Wie viele Autofahrer sind betroffen? „Das lässt sich wirklich nicht abschätzen“, sagt Frank Jacobi, Diplom-Ingenieur für Fahrzeugtechnik bei BRC Gas Equipment. Denn: „Europa 1“ sei nur bis 2007 hergestellt worden, zudem seien Flüssiggastanks oft erst nachträglich ins Auto eingebaut worden. Jacobi: „Es dürften aber nur noch wenige damit unterwegs sein.“

Der Kreisfeuerwehrverband nimmt die Klärung der Ursache mit Erleichterung auf. „Das ist gut zu wissen“, sagt Gabriele Turtun, Geschäftsführerin des Kreisfeuerwehrverbandes in Bad Segeberg. Bis auf den Wehrführer in Rohlstorf, der schwere Verbrennungen an den Händen erlitten hatte, seien die damals Verletzten wieder wohlauf. „Alle zehn Aktiven wollen alle weiterhin Dienst in der Feuerwehr machen.“  

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erstellt am 16.Apr.2015 | 17:24 Uhr

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