Zwischen Kiel und Eckernförde : Karibische Abende an der Ostsee

Auch im Sommer ist die Lieblingsbucht von Christian Schmidt oft fast menschenleer. Foto: staudt
Auch im Sommer ist die Lieblingsbucht von Christian Schmidt oft fast menschenleer. Foto: staudt

Tourismus-Experten zeigen ihre Geheimtipps: Mit dem Christian Schmidt zu einem Traumstrand zwischen Kieler Förde und Eckernförder Bucht

shz.de von
06. Juli 2013, 12:03 Uhr

schwedeneck | Blutroter Mohn und meerblaue Kornblumen tupfen die Getreidefelder, die in sanften Wellen in Richtung Ostsee auslaufen. Blühende Holunder- und Wildrosenbüsche ranken sich um alte, Reetgedeckte Katen. Ein hoher, dunkler Tunnel durch mächtige Laubbäume kanalisiert den Blick aufs Meer. Mehr als Ostsee gibt es dort sicher nicht. Nur schmal scheint der Strandstreifen, Schilder, die auf eine Gastronomie hinweisen, gibt es nicht. 500 Meter weiter, hinter dem Laubtunnel bietet sich ein ganz anderes Bild, eine Überraschung, eine Strand-Oase, die eher an Karibik denn an Schleswig-Holstein erinnert.

Nur wenige Meter trennen die hölzerne Terrasse des Strandhauses in Dänisch Nienhof vom Meer. Trotz Ferien genießen nur eine Handvoll Gäste zwischen den wenigen Körben die lockerleichte Atmosphäre in der idyllischen Strandbucht und in der außergewöhnlichen Restauration eines spanischen Koches. "Dieser Ort ist noch ein echter Geheimtipp, an dem ich mit meiner Familie schon viele schöne Stunden und Abende erlebt habe", sagt Christian Schmidt, Geschäftsführer der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (Tash).

Schützend umgeben von zwei imposanten Steilküsten, zugleich ein grenzenlos freier, erst am Horizont endender Blick übers Meer - dieser Gegensatz macht den Reiz der mit feinem Sand gepolsterten Bucht aus, von der Wellenbrecher aus großen Findlingen ins Meer ragen. Den freien Blick macht der besondere Standpunkt möglich - genau an der Spitze der Landzunge, an der die Ostsee nach Süden in die Kieler Förde und nach Westen in die Eckernförder Bucht fließt. Obwohl von bewaldeten hohen Hängen eingefasst, ist die Bucht räumlich nicht begrenzt. "Man kann Kilo meter lang an den Füßen der Steilküsten entlang wandern, an einer ganz wunderbar ursprünglichen Küste", schwärmt Schmidt.

Der touristische Chefvermarkter des Landes genießt die Stunden in der besonderen Bucht im Schwedeneck zu jeder Jahreszeit. "Im Sommer bestaunen wir die Sonnenuntergänge am Strand, im Winter sitzen wir am Kamin im Strandhaus und schauen auf die eisige Förde und auf die Eisschollen, die sich am Strand türmen", sagt der Familienvater.

Schlicht, edel, geprägt von Sand- und Muschelfarben ist das Interieur der Restauration in bester Strandlage. Frühstück, Brunch am Sonntag, selbst gebackener Kuchen und eine Speisekarte, die zwischen Köstlichkeiten aus der Ostsee und dem Mittelmeer schwankt, sind die Säulen der Genussinsel. Pikante Tapas machen das Mittelmeer-Feeling an sonnigen Abenden auf der Terrasse perfekt.

Der freie Blick, die Ruhe, das Meeresrauschen bringen Abstand und bereiten gleichzeitig einen guten Nährboden für Ideen, bringen neuen Schwung fürs Landesmarketing. Dafür, wie sich möglichst viele Gäste für einen maritimen Urlaub in Norddeutschland begeistern lassen. "Das ist der erste, entscheidende Schritt. Erst danach, im zweiten Step können so starke Marken wie Sylt oder Lübecker Bucht, oder Themen wie Gesundheit oder Kultur richtig greifen", sagt Schmidt. Doch das sei einigen Akteuren der Tourismusbranche noch immer nicht bewusst. Zu einem Geheimtipp mit besonderer Aussicht wird die kleine Strandbucht bei Kieler Segel-Events, denn viele Wettfahrten finden in Sichtweite statt - für alle, die denn den Weg durch den Wald zu der kleinen Bucht finden.

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