Eckernförde : Kaperschwestern verprassten das Gold

Laut und gefährlich? Die Piraten hatten gegen die Kaperschwestern keine Chance.
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Laut und gefährlich? Die Piraten hatten gegen die Kaperschwestern keine Chance.

Spannende Gefechte, lautes Geschrei und viel Seemannsgarn: Das gab es beim Eckernförder Piratenspektakel, das bei Besuchern wie Veranstaltern gleichermaßen gut ankam.

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08. August 2011, 12:00 Uhr

eckernförde | "Attacke!!! Wir holen uns den Schatz!!!" brüllten die Kaper schwestern mit erhobenen Säbeln von Bord der "Ubena von Bremen", als sie in den Eckernförder Hafen einliefen. Sie waren zurückgekehrt, um den gefangen genommenen Eckernförder Bürgermeister gegen die Hälfte des Schatz einzutauschen. Sie hatten genug von den Machosprüchen der Männer, forderten Gleichberechtigung und wollten die Hälfte des Schatzes. Sollte es so einfach werden ?
Unflätige Sprüche gegen die Kaperschwestern
Zahlreiche Besucher hatten sich am zweiten Tag des Piratenspektakels an der Eckernförder Hafenmeile und auf der Klappbrücke versammelt. Keiner mochte glauben, dass es für die Frauen ein Selbstgänger werden würde. Und schon knallten die Kanonen. Unflätige Sprüche schallten den Kaperschwestern entgegen: "Zurück mit euch in die Kombüse! Frauen an Bord reichen gerade einmal zum Deckschrubben und Latrinenputzen!" Und schon folgte ein heftiges Gefecht. Den Piraten gelang es, an Bord der "Ubena" zu kommen. "Wir sind bereit, unsere Beute zu teilen", sagte Kaptitän Nepomuk gönnerhaft. "Drei Teile für uns, ein Teil für euch." Doch da hatten sich die Piraten verrechnet. Nach weiteren Gefechten gingen sie über Bord. Kommentar der Kaper schwestern: "Ihr nach Fisch stinkendes Gesindel! Geht zu Mami und lasst euch trockentupfen!" Laut grölend zogen die Kaperschwestern nun durch die Stadt und verprassten das Gold in den Wirtshäusern. Die Männer zogen begossen hinterher. An Aufgabe dachten sie jedoch nicht - vielmehr schmiedeten sie Rachepläne.
Piratenleben für Kinder und singende Kühe
Für die kleinen Piraten ging es beim Spielschiff am Strand ebenfalls aufregend zu. Seemannsknoten binden, Dosenwerfen oder Ungeheuer mit dem Säbel abwehren, gehörten zu insgesamt fünf Stationen, die sie für das Piratenpatent bestehen mussten. "Wir sind jedes Jahr mit den Kindern hier", erzählte Uwe Plieth aus Rieseby. "Es ist sehr schön, wie ihnen das Piratenleben auf spielerische Art näher gebracht wird." Das Piratenspektakel gehört auch für die Familie von Kai Voss aus Schleswig zum Pflichtprogramm. Und das nicht nur, weil der gebürtige Eckernförder dann viele frühere Bekannte wiedertrifft. "Es ist ein schönes Ausflugziel, weil die Kombination mit dem Strand klasse ist", sagte Voss. "Außerdem sind die Spiele für die Kinder fast alle umsonst. Die Wikingertage in Schleswig sind dagegen ganz schön teuer."
Am Abend zog die Livemusik auf der Hafenbühne viele Besucher an. Es rockte die Gruppe "United Four" in ihrem Kuh-Outfit. Und Touristikmanager Stefan Borgmann war schon im Vorfeld begeistert. "Wir haben den Platz zwar schon häufiger gefüllt, aber dass es voll ist, bevor die Band da ist, hat es noch nicht gegeben", urteilte er. Auch Eike Duncker aus Friedrichskoog und Trixi Ziebert aus Jevenstedt hatten ihren Spaß. Als Piratinnen verkleidet, hatten sich die Freundinnen auf die Meile begeben. Als sie gegen 18.30 Uhr eintrafen, war jedoch gerade nicht so viel los. "Ich wollte gleich wieder nach Hause, weil es mir im Kostüm peinlich war", sagte Duncker, die sich über mehr verkleidete Besucher gefreut hätte. Doch dann ging es los. Die beiden gingen mit einigen Piraten und der "Ubena" auf große Fahrt und zogen anschließend mit dem Gesindel bis zum "Römer". Dort ging es bei Gesang und Wein hoch her. "Es war total klasse", schwärmten die beiden Piratinnen hinterher.
(shz)

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