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Schwertransport-Tests : Kanaltunnel Rendsburg Samstagnacht gesperrt

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Der Rendsburger Straßentunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal wird Samstagabend ab 21.30 Uhr komplett gesperrt. Drei Stunden wird getestet, ob Schwertransporte hindurch fahren können.

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2013 | 09:42 Uhr

Rendsburg/Neumünster | Erst die Teilsperrung der Rader Hochbrücke wegen Bröckel-Beton. Als Folge kilometerlange Staus auf der A7 und auf allen Ausweichstrecken. Und nun das: Samstag ab 21.30 Uhr wird der Straßentunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal für voraussichtlich drei Stunden voll gesperrt. Grund sind Pläne, Schwertransporte mit Überbreite nachts durch die Röhre und über das Rendsburger und Büdelsdorfer Stadtgebiet auf die A7 zu führen (und umgekehrt). In der Zeit werden zusätzliche Fähren bei Nobiskrug eingesetzt, eine weitere Ausweichstrecke ist der Weg über die Breiholzer Fähre.
Während der Sperrung prüfen Statiker zunächst, ob der Tunnel dieser Belastung überhaupt standhalten würde. Im Fokus stehen dabei die Tunneleingänge, wo Stahlteile im Asphalt höchsten Belastungen ausgesetzt sind. Geben die Ingenieure grünes Licht, dürfte es demnächst öfter zu Vollsperrungen kommen. "Es gibt Überlegungen, Schwertransporte dreimal die Woche, immer nachts, unter Polizeibegleitung durch den Tunnel zu führen", sagte Günter Wischnewski, Leiter der Verkehrsaufsicht des Kreises Rendsburg-Eckernförde.

Spediteure wollen Kanaltunnel für sich alleine

Thomas Rackow, Geschäftsführer des Unternehmensverbands Logistik Schleswig-Holstein (UVL) in Neumünster, zeigt sich von der Vollsperrung des Kanaltunnels überrascht. "Ich wusste noch nichts davon", so Rackow. Angesichts der Ferienreiseverordnung, die Lkw zusätzlich zum Sonntag auch am Sonnabend das Befahren der Autobahnen grundsätzlich verbietet, fiele damit auch diese Ausweichstrecke für den Schwerlastverkehr durch den Tunnel weg. Die Fahrzeuge könnten dann nur noch "ganz außen rum fahren" - entweder über die Holtenauer (B503) und Levensauer Hochbrücke (B76) bei Kiel oder die Grünentaler Hochbrücke im Zuge der L316 bei Beldorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und die B5 in Brunsbüttel.
Grundsätzlich bewertet der UVL-Geschäftsführer das Krisenmanagement der Landesregierung infolge der bröckelnden Rader A7-Hochbrücke positiv. "Das ist schon okay", sagt Rackow. Allerdings halte sein Verband an der Forderung fest, den Rendsburger Tunnel, bis auf jeweils ein zweitstündiges Zeitfenster morgens von 6 bis 8 Uhr sowie abends von 16 bis 18 Uhr, für Pkw grundsätzlich zu sperren, damit die Lkw schneller vorankommen. Das Ministerim indes hatte diese Forderung schon vor wenigen Wochen als nicht pragmatisch verworfen.
Rackow, seit vier Jahren UVL-Geschäftsführer im Norden, ist von der miserablen Verkehrslage in Schleswig-Holstein sogar persönlich betroffen. Der 51-jährige Familienvater zieht um nach Nordfriesland. "Der 40-Tonner steht bereits vor der Tür. Wir fahren heute Nachmittag los", sagte Rackow Freitagmittag. Umwege in Schleswig-Holstein inklusive.

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