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Sprengel Schleswig und Holstein : Kampfabstimmung um das Bischofsamt

vom

Die Nordkirche wählt am 11. April einen Bischof für den Sprengel Schleswig und Holstein. Jetzt wurden die beiden Kandidaten bekanntgegeben.

shz.de von
erstellt am 17.Jan.2014 | 12:13 Uhr

Schleswig | Zwei Theologen wollen Bischof von Schleswig werden: Die Braunschweiger Pröpstin Elfriede Knotte und der bisherige Bischofsvertreter Gothart Magaard kandidieren um die Nachfolge von Gerhard Ulrich, der im August sein neues Amt als Landesbischof der Nordkirche angetreten hatte. Das gab die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland am Freitag bekannt. Die Wahl des neuen Bischofs im Sprengel Schleswig und Holstein soll am 11. April im Schleswiger Dom stattfinden.

Überraschend ist dabei vor allem die Kandidatur Elfriede Knottes. Die Braunschweiger Pröpstin, die als erste Frau in der Geschichte ihrer Landeskirche ein Propstamt übernahm, hatte im Norden kaum jemand auf der Rechnung. Doch als im vergangenen Februar Gerhard Ulrich zum Landesbischof gewählt wurde, hatten einige Synodale ausdrücklich das Fehlen qualifizierter Alternativen auf dem Wahlzettel kritisiert. Und qualifiziert, das ist Elfriede Knotte: Elf Jahre lang war sie in Braunschweiger Kirchengemeinden als Pfarrerin tätig, 18 Jahre lang als Pröpstin. Engagiert ist die Theologin in der Ökumene – ihre Landeskirche vertrat sie in der Vergangenheit auf Versammlungen des Weltkirchenrats -, doch auch die Zukunft kleiner Landgemeinden liegt ihr am Herzen. „Wir müssen uns fragen, wie die Arbeit dort in Zukunft gestaltet werden kann“, sagt die Theologin.

Überrascht ist Elfriede Knotte von der am Telefon gestellten Frage nach ihrer Lieblingsbibelstelle. „Gott hat Euch nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“, antwortet Elfriede Knotte schließlich. „Denn es tut Not, Liebe, Kraft und Besonnenheit zu haben, und sie auch von außen zugesprochen zu bekommen.“ Damit indes sind sich beide Kandidaten nahe: Als fünf Minuten später Gothart Magaard dieselbe Frage bekommt, nennt er exakt denselben Vers. „Zum Dienst eines Pfarrers oder Bischofs gehört es entscheidend dazu, Menschen den Rücken zu stärken“, sagt er. „Und genau dieser Bibelvers ist für mich eine Ermutigung, sich nicht zurückzuziehen.“

Seit 2009 vertritt Magaard bereits Gerhard Ulrich im Amt des Bischofs von Schleswig – und die dabei geleistete, gute Arbeit dürfte für den Wahlvorbereitungsausschuss der Hauptgrund gewesen sein, ihn als Bischofskandidaten zu nominieren. Egal, ob es um die Zukunft der Hebammen im ländlichen Raum, die Gründung der Nordkirche oder den Sonntagsschutz in Schleswig-Holstein ging: Gothart Magaard war immer in vorderster Front dabei. „Ich habe in den letzten Jahren eine ganze Menge gelernt“, sagt der Theologe. „Aber ich habe immer in Vertretung gehandelt, immer mit begrenzter Zeitperspektive.“ Als ein für zehn Jahre gewählter Bischof hätte er die Chance, „mit längerem Atem Themen aufzugreifen“, sagt Magaard. „Es geht darum, dass wir in der Nordkirche stärker zusammenfinden, dass unser Sprengel eine starke Stimme hat, und wir uns mit einem immer kritischeren gesellschaftlichen Umfeld auseinandersetzen.“

Unklar indes bleibt, ob Magaard und Knotte die einzigen Kandidaten für das Bischofsamt sind. Denn bis zum 6. März können aus der Mitte der Synode jedoch noch weitere Kandidaten benannt werden, sagt Präses Andreas Tietze. Für einen entsprechenden Vorschlag wäre jedoch die Unterstützung von einem Viertel der 158 Mitglieder der Landessynode erforderlich.

Kennenlernen kann man beide Kandidaten bei Gottesdiensten im Dom von Schleswig: Am 16. März wird dort Elfriede Knotte predigen, am 23. März Gothart Magaard. Am 19. und am 27. März werden sich beide Kandidaten außerdem in Bad Segeberg mit einem Vortrag präsentieren.

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