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Strassen in SH : Kampf gegen Schlaglöcher beginnt von vorn

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Viele Schlaglöcher sind noch Überbleibsel des letzten Winters. In Schleswig-Holstein fehlt es an Geld für die Erhaltung, in Hamburg an Personal.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 08:36 Uhr

Kiel | Die Straßenschäden des vergangenen harten und langen Winters sind noch längst nicht alle behoben, da hat der neue Winter schon wieder neue Schlaglöcher gebracht. Für das Kieler Verkehrsministerium ist das jedoch kein Grund zur Resignation. „Die Schlaglochbeseitigung ist letztendlich eine ganzjährige Aufgabe, die kontinuierlich durchgeführt wird, solange sie witterungsbedingt sinnvoll möglich ist“, sagte Ministeriumssprecher Harald Haase. Entsprechend sei die Reparatur der neuen Schlaglöcher und Frostaufbrüche bereits in Arbeit. Die Kosten für die Beseitigung der ärgsten Schäden schätzte Haase auf höchsten zehn Millionen Euro.

Auch Hamburger Autofahrer müssen sich im Winter auf tiefe Schlaglöcher im Straßenverkehr einstellen. Der Zustand der Haupt- und Bezirksstraßen der Hansestadt sei weiterhin kritisch, sagte ein ADAC-Sprecher. Der Hamburger Senat stelle zwar genügend Geld für Reparatur und Instandhaltung für das Hamburger Straßennetzes bereit - in diesem Jahr insgesamt rund 70 Millionen Euro. „Aber es fehlt das nötige Personal, um das Geld auch auf die Straßen zu bringen.“ Weitere Pläne zu Sanierung und Erhalt der Infrastruktur wolle der Hamburger Senat am kommenden Dienstag bekanntgeben, teilte eine Sprecherin der Hamburger Wirtschaftsbehörde mit.

Doch das Füllen der Löcher mit Reparatur-Asphalt ist im Straßenbau keine dauerhafte und endgültige Lösung, wie viele Autofahrer aus eigener Erfahrung wissen. So wurden die Fahrbahnschäden des letzten Winters im Sommer zwar beseitigt und damit die Verkehrssicherheit wiederhergestellt. Doch die Straßen waren eben nur geflickt und nicht instand gesetzt, so dass teilweise weiterhin Verkehrsbeschränkungen erforderlich wurden, wie Haase berichtete.

Außerdem hält das Flickwerk meist nur bis zum nächsten Winter. Für eine richtige Reparatur muss nämlich auch der Untergrund instand gesetzt werden: Er muss wasserdicht sein, damit keine Feuchtigkeit eindringen und die Fahrbahndecke sprengen kann. Schleswig-Holsteins Straßenbauer setzen daher vorrangig auf Fahrbahnerneuerungen beziehungsweise Grundinstandsetzungen, sagte Haase. Knapp 100 Millionen Euro seien in diesem Jahr in Erhaltungsmaßnahmen investiert worden. Rund drei Viertel der Mittel seien dabei in die Erhaltung der Autobahnen und Bundesstraßen geflossen. „Die umfangreichsten Maßnahmen wurden im Bereich der A7, der A21, der A23, und der A24 durchgeführt. Aber auch zahlreiche Abschnitte im Bereich der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen wurden saniert“, sagte der Ministeriumssprecher.

Frost und Regen sind jedoch nicht allein für den schlechten Zustand vieler Straßen verantwortlich, erklärte Haase. Durch die Unterfinanzierung der Straßenerhaltung in den letzten Jahrzehnten sowie durch die erhebliche Zunahme des Schwerlastverkehrs habe sich in der Vergangenheit der Zustand der Straßen in Schleswig-Holstein kontinuierlich verschlechtert. „Während die Bundesautobahnen allgemein in gutem Zustand sind, gibt es im Bereich von Bundes- und Landesstraßen sowie auch im Bereich zahlreicher kommunaler Straßen landesweit Nachholbedarf bei der Straßensanierung.“ Besonders die Landesstraßen im ländlichen Raum seien in schlechtem Zustand, „zumal hier die Beanspruchung der Straßen durch den landwirtschaftlichen Verkehr deutlich zugenommen hat“, sagte Haase.

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