Interview : Kampf gegen die Trockenheit

Gartenschau-Chef Wolfgang Schoofs. Foto: Jennert
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Gartenschau-Chef Wolfgang Schoofs. Foto: Jennert

Die Sonne hat das Gartenschau-Geschäft kräftig beflügelt - und ein Problem offenbart: die Bewässerung. Ein Gespräch mit Gartenschau-Chef Wolfgang Schoofs.

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23. Mai 2008, 08:03 Uhr

Herr Schoofs, am Sonntag haben Sie die ersten 30 Tage geschafft. Wie sieht Ihre Bilanz aus?
Der erste Monat war für die Kernmannschaft und mich anspruchsvoll und anstrengend zugleich. Ich glaube zwar, dass wir uns gut vorbereitet hatten, dennoch gab es unzählige Kleinigkeiten, die uns überraschten. Da musste sehr viel improvisiert werden.
Zum Beispiel?
Die Beschilderung an den Straßen wurde häufig kritisiert. Hier müssen wir dringend nachbessern. Das Problem ist dabei, dass unser Logo auf den Verkehrsschildern rund um Schleswig nicht nur zu klein dargestellt ist, sondern von auswärtigen Gästen vielfach auch nicht mit der Gartenschau in Verbindung gebracht wird. Wir haben in Absprache mit den Behörden neue Schilder in Auftrag gegeben, die Mitte Juni geliefert werden sollen. Sie sind 1,60 mal 1,60 Meter groß. Darauf wird überdeutlich der Begriff "Landesgartenschau" zu lesen sein.
Seit der Eröffnung der Gartenschau hat sich das Wetter fast ausschließlich von seiner sonnigen Seite gezeigt. Wie kommen Sie mit so viel Glück zurecht?
Prächtig. Unsere Gärten, Blumen und Bäume sehen im Sonnenlicht natürlich um ein Vielfaches schöner aus als bei schlechtem Wetter. Unsere Tulpen haben sich punktgenau zur Eröffnung von ihrer besten Seite gezeigt. Das Wetter war eine außerordentliche Unterstützung, was gerade in der Startphase von besonderer Bedeutung ist. Ich bin sicher: Die Menschen, die hier zu Besuch waren, werden vor ihren Freunden und Bekannten zu Hause von dieser Gartenschau schwärmen. Diese Mund-zu-Mund-Propaganda ist für uns enorm wichtig.
Und wenn der letzte Besucher abends gegangen ist, holen Sie die Gießkannen hervor?
Mit Gießkannen ist es da leider nicht getan. Wir waren schlichtweg nicht darauf eingestellt, dass es in den ersten 30 Tagen nicht ein einziges Mal regnet. Mehrere Mitarbeiter sind jetzt nur dafür abgestellt, die Gartenschau zu bewässern. Insbesondere bei den Bäumen, Hecken und Büschen müssen wir aufpassen, dass uns da nichts vertrocknet. Das Erdreich der Königswiesen hält das Wasser nicht, deswegen müssen wir unsere Pflanzen regelrecht tränken.
Was bedeutet das für die Gärtner?
Die Gärtner drehen um 6 Uhr morgens die Wasserhähne auf, um die Themengärten zu versorgen. Um 10 Uhr ist damit Schluss, weil die Besucher kommen. Doch ab 18 Uhr geht die Bewässerung weiter und dauert bis weit in die Nacht. Die Rasenflächen werden sogar den ganzen Tag mit Wasser versorgt. Wir verbrauchen derzeit pro Woche fast drei Millionen Liter.
Was insbesondere Dauerkartenbesitzer bedauern, ist die frühe Schließung der Landesgartenschau. Nach 19 Uhr kommt keiner mehr herein.
Es ist richtig, dass wir um 19 Uhr das Eingangstor schließen. Aber die Gäste, die zum Beispiel um 18.55 Uhr kommen, können bis zur Dämmerung auf der Fläche bleiben. Das ist wichtig und gewünscht, dass die Gartenschau nach 19 Uhr noch belebt ist. Aber derzeit ist die Besucherfrequenz in den Abendstunden niedrig. Ich glaube aber, dass sich das in den Sommermonaten ändern wird. Dann ist es ja auch abends viel wärmer. Wir denken auf jeden Fall auch über Abend-Events nach, wo die Gastronomie noch geöffnet ist. Fest geplant ist bereits ein großes Feuerwerk zur Halbzeit der Landesgartenschau. Und natürlich wollen wir den Besuchern auch unser Beleuchtungskonzept zeigen. Die Königswiesen sind nachts sehr schön illuminiert.
In der vergangenen Woche haben Sie auf der Gartenschau den 100.000. Besucher empfangen. Wie sieht es derzeit aus?
Ich hoffe, dass wir in der kommenden Woche die 150.000-Gäste-Marke erreicht haben.
Und was heißt das in Zahlen? Wie viele Tickets haben Sie verkauft?
Konkrete Zahlen darf ich erst sagen, wenn unser Aufsichtsrat informiert wurde. Ich kann aber schon jetzt feststellen, dass wir mit unseren Wirtschaftszahlen sehr zufrieden sind.

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