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Diskussion um Klimawandel : Kalter Winter war nur eine Laune der Natur

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Der zurückliegende Winter war ungewöhnlich. Mit dem Klimawandel hat er aber nichts zu tun, sind sich Experten verschiedener Wetterdienste einig.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 03:27 Uhr

Berlin/Kiel | Globale Erwärmung bringt vor allem in Mitteleuropa zunehmend kältere und längere Winter mit sich - diese These wird derzeit von vielen Klimaforschern vertreten und mit unterschiedlichen Theorien begründet. Keine Hinweise auf ein solches Szenario erkennt dagegen der Deutsche Wetterdienst. "Auch ohne Hitzerekorde war es 2012 in Deutschland erneut wärmer als gewöhnlich", teilt der DWD am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin mit. Zwar stagniere die Erdmitteltemperatur seit etwa 15 Jahren auf hohem Niveau. Bis 2100 würden die Temperaturen in Deutschland durchschnittlich jedoch um weitere 1,5 bis 4 Grad Celsius steigen, so die Fachleute. "Einzelne kalte Winter lassen keine belastbaren Aussagen über ein Abschwächen des Klimawandels zu." Auch Diplom-Meteorologe Sven Taxwedel von Wetter-Welt in Kiel schließt ein solches Szenario aus:
Herr Taxwedel, gefühlt liegt gerade der kälteste und längste Winter aller Zeiten hinter uns. Trügt dieses Gefühl?
Statistisch gesehen gehört der vergangene Winter bei weitem nicht zu den kältesten. Der eigentliche Winter war sogar eher im Normalbereich. Ungewöhnlich waren aber tatsächlich der Monat März sowie das erste Drittel des Aprils. Der eigentliche Vorfrühling wurde in diesem Jahr zum Hauptwinter. Das ist eine seltene Sache.
Ist die globale Erderwärmung schuld an den tiefen Temperaturen?
Diese Theorien sind nicht bewiesen. Es gibt so viele Wechselwirkungen zwischen den zu berücksichtigen Mechanismen. Ich sehe das eher als eine Laune der Natur. Es gibt etliche natürliche Faktoren, die die Zirkulation der Luftmassen beeinflussen und somit solche Schwankungen verursachen. Dazu gehört etwa auch die Solaraktivität, die bedingt durch den elfjährigen Sonnenfleckenzyklus seit 2008 eingebrochen ist.
Macht die Klimaerwärmung also gerade nur eine Pause?
Betrachtet man die Temperaturen in Mitteleuropa der letzten Jahre kann man das tatsächlich so sagen. Aber Klima beginnt immer erst ab einem Zeitraum von 30 Jahren. Der durch den Menschen verursachte Klimawandel geht weiter. Er wird bei uns nur gerade durch natürliche Schwankungen überlagert.
Schleswig-Holstein erwartet also keine nächste Eiszeit?
Sicherlich nicht. Das Wetter ist ein zufälliges Rauschen, aber es besteht nach wie vor ein allgemeiner globaler Erwärmungstrend. Langfristig werden die Temperaturen deshalb auch in unseren Breiten weiter steigen.

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