Frostschäden : Kältewelle reißt Schlaglöcher in die Straßen

Vielen maroden Straßen in Schleswig-Holstein hat der Wintereinbruch zugesetzt. Foto: Archiv/Sopha
Vielen maroden Straßen in Schleswig-Holstein hat der Wintereinbruch zugesetzt. Foto: Archiv/Sopha

Die erste Kältewelle hat den maroden Straßen in Schleswig-Holstein kräftig zugesetzt. Der Sanierungsbedarf liegt bei etwa 100 Millionen Euro.

Avatar_shz von
20. Dezember 2012, 10:20 Uhr

Lübeck | Kaum sind Schnee und Eis getaut, da rumpelt es auch schon wieder auf den Straßen im Land. Eigentlich wollte die Mannschaft der "Vereinigte Asphalt-Mischwerke GmbH" in Lübeck bereits in die Winterpause gehen, doch jetzt ist die Produktion wieder angefahren worden. "Es wird Asphalt für die Schlaglöcher gebraucht", erklärt Disponent Jürgen Bunge. Natürlich nicht allein für sie. "Da Tauwetter herrscht, wollten einige Unternehmer schnell noch Projekte beenden", sagt Bunge. "Aber die Nachfrage nach Kaltmischgut zum Stopfen von Löchern ist merklich gestiegen."
"Es ist leider richtig, dass wir bereits nach der ersten Kälteperiode schon Schadensbilder haben", sagt Torsten Conradt, Leiter des Landesbetriebes für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH). Verantwortlich dafür sei der bereits marode Zustand vieler Straßen. "Die Erfassung hat gezeigt, dass es bei den Landesstraßen von 2005 bis 2009 eine deutliche Verschlechterung des Zustands gegeben hat", so Conradt. Noch immer liege der Sanierungsbedarf etwa in Höhe von 100 Millionen Euro.

Schlaglöcher melden

Besonders in Erinnerung geblieben mit katastrophalen Frostschäden ist der lange und harte Winter vor zwei Jahren. Rund 20 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II wurden danach für Reparaturen auf die Kommunen des Landes verteilt - vorausgesetzt, sie leisteten einen Eigenanteil von 25 Prozent. "Städte und Gemeinden, die diese Mittel genutzt haben, sind heute im Vorteil und beklagen weniger Schäden", sagt Conradt.
Lübeck hat diese Chance genutzt. Damals mussten Straßen sogar gesperrt werden. Stadtsprecher Marc Langentepe: "Unser 680 Kilometer langes Straßennetz ist danach systematisch erfasst und saniert worden." Den vergangenen Winter habe die Hansestadt deshalb gut überstanden. Und auch bisher sei keine größere Zahl von Schlaglöchern bekannt. Sehen Bürger welche, können sie diese über Lübecks Internetseite melden - ein Service, den auch viele andere Städte anbieten. In der Hansestadt werden die Schäden so zeitnah wie möglich repariert. "Wir haben sogar die Möglichkeit, den Asphalt zu erhitzen." Das hält deutlich länger als eine Kaltmischung, die oft nach wenigen Tagen wieder aus den Löchern gefahren wird.
In Neumünster sind derzeit nicht Schlaglöcher das Problem. Ingo Kühl, Leiter des Technischen Betriebszentrums: "Wir kämpfen mit Gehwegplatten, die wackeln, weil der Boden darunter noch gefroren ist." Auf den Straßen sei die Lage entspannt. "Aber der Winter hat ja gerade erst angefangen."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen