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Trotz Antrag auf Aussetzung : Juwelenräuber: Prozess in Schleswig fortgesetzt

vom
Aus der Onlineredaktion

Vor dem eigentlichen Sitzungssaal habe ein Aushang gefehlt. Doch der Antrag der Verteidiger wurde zurückgewiesen.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2016 | 13:52 Uhr

Schleswig/Kiel | Der Prozess gegen zwölf mutmaßliche Juwelenräuber aus Litauen ist am Freitag in Schleswig fortgesetzt worden. Einen Antrag der Verteidiger auf Aussetzung des Verfahrens habe die Kammer des Landgerichts Kiel, die aus Platzgründen in Schleswig verhandelt, zurückgewiesen, sagte eine Gerichtssprecherin am Freitag.

Die Verteidiger hatten bemängelt, dass vor dem eigentlichen Sitzungssaal in Kiel ein öffentlicher Aushang über den Prozess gefehlt habe. „Die Kammer sieht den Grundsatz der Öffentlichkeit des Verfahrens höchstens für einen Zeitraum vom 4. Dezember 2015 und 8. Januar als gefährdet“, sagte die Sprecherin zur Begründung. Etwaige unwirksame Verhandlungsteile könnten nachverhandelt werden. Darüber hinaus ist nach Angaben der Sprecherin weiterhin strittig, ob dies überhaupt nötig werden könnte. Der Bundesgerichtshof habe über solch einen Fall, bei dem von Beginn an an einem anderen Ort verhandelt wurde, noch nie entschieden.

Nach dem Beschluss des Landgerichts am Freitag stellte ein Verteidiger der Gerichtssprecherin zufolge erneut den Antrag, das Verfahren auszusetzen. Weitere Rechtsanwälte schlossen sich demnach dem Antrag an. Die Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Carsten Tepp verhandelte jedoch zunächst wie geplant weiter.

Es ist bereits das zweite Verfahren gegen die Männer im Alter zwischen 22 und 40 Jahren, das unter hohen Sicherheitsvorkehrungen stattfindet. Der erste Prozess war Anfang Oktober 2015 nach einer Besetzungsrüge gegen das Gericht geplatzt - bei der Besetzung der Schöffen war ein Formfehler unterlaufen.

Die Staatsanwaltschaft Kiel wirft den Angeklagten in dem Prozess mit rund 60 Verfahrensbeteiligten vor, in wechselnder Zusammensetzung mehrere brutale Überfälle begangen zu haben, darunter auf ein Pfandleihhäuser in Kiel und einen Juwelier in Düsseldorf. Sie stehen wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung sowie der Beihilfe dazu vor Gericht. Am 19. Januar wird der Prozess fortgesetzt.

 

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